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Erdgas aus Russland : Was hinter Putins überraschender Rubel-Drohung steckt

Der russische Präsident Wladimir Putin am Mittwoch im Kreml während einer Videokonferenz. Bild: via REUTERS

Russisches Erdgas soll künftig nur noch in Rubel bezahlt werden können. Was bezweckt der Kreml damit? Und wie reagiert der Westen?

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          Deutschland und andere „unfreundliche Staaten“ sollen nach einer Ankündigung von Russlands Präsident Wladimir Putin Gaslieferungen künftig in Rubel bezahlen. Putin sagte am Mittwoch, er habe seine Regierung angewiesen, keine Zahlungen in Dollar oder Euro mehr zu akzeptieren. Eine Zahlung russischer Waren in Devisen habe „ihren Sinn verloren“. Lieferungen würden weiter in vollem Umfang getätigt, versicherte der Kremlchef im Laufe einer im Staatsfernsehen übertragenen Videokonferenz.

          Jan Hauser
          Redakteur in der Wirtschaft.
          Martin Hock
          Redakteur in der Wirtschaft.
          Svea Junge
          Redakteurin in der Wirtschaft.
          Andreas Mihm
          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.

          Auf die Ankündigung reagierte der europäische Gaspreis mit einem deutlichen Anstieg von rund 20 Prozent auf 119 Euro für die Megawattstunde. Zwischenzeitlich erreichte der Preis sogar mehr als 132 Euro. Anfang des Monats hatte er sogar 200 Euro überschritten. Das russische Vorgehen richtet demnach gegen 48 Staaten, darunter alle EU-Länder, aber auch die USA, Kanada und Großbritannien. Die Bekanntgabe ließ die russische Währung aufwerten. Ihr Kurs stieg von rund 106 Rubel für den Dollar bis auf weniger als 96 Rubel. Nach dem Überfall auf die Ukraine hatte sie zunächst von einem Durchschnittskurs von rund 74 Rubel bis auf 130 Rubel abgewertet, sich zuletzt schon wieder deutlich befestigt.

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