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Energieversorgung : Das teure Erbe der Atomkraft

Nach knapp 35 Jahren Betriebszeit wird das Atomkraftwerk Brokdorf Ende 2021 abgeschaltet. Bild: dpa

Zum Jahreswechsel gehen weitere drei Atomkraftwerke planmäßig vom Netz, darunter mit Brokdorf ein besonders symbolträchtiges. Die Kosten der nuklearen Altlasten sind enorm – die Risiken liegen beim Steuerzahler.

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          Nikolaus Valerius feiert dieses Jahr Silvester im Atomkraftwerk. Jedenfalls wird Valerius, Vorstandsmitglied des Essener Stromerzeugers RWE Power, am letzten Tag des Jahres aus dem Ruhrgebiet ins bayerische Gundremmingen reisen, um am Abend dabei zu sein, wenn das Kernkraftwerk in der Nähe der kleinen Gemeinde ein für alle Mal vom Stromnetz geht. Die Dienstreise des RWE-Managers ist als Dankesgeste an die Belegschaft vor Ort gedacht, die den Reaktor 37 Jahre lang gesteuert und gewartet hat. In Gundremmingen, das an der Donau zwischen Ulm und Augsburg liegt und knapp 1400 Einwohner zählt, zeigt sogar das Gemeindewappen eine Abbildung des Bohr’schen Atommodells.

          Marcus Theurer
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Am Neujahrstag ist hier Schluss mit dem Atomstrom. Gundremmingen C ist neben Grohnde in Niedersachsen und Brokdorf in Schleswig-Holstein eines von drei deutschen Atomkraftwerken, die zum Jahreswechsel stillgelegt werden. Danach sind nur noch die Kraftwerke Isar 2, Neckarwestheim 2 und Emsland in Betrieb, die zwölf Monate später den Betrieb einstellen werden. Mehr als hundert kerntechnische Anlagen sind seit den Fünfzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts in Deutschland zu Forschungszwecken und für den kommerziellen Betrieb gebaut worden. 2022 wird das letzte Jahr werden, in dem Deutschland noch eigenen Atomstrom erzeugt.

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