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Eon : Der Spaltungs-Magier

Eon spaltet sein altes Geschäft unter dem Namen Uniper ab und konzentriert sich auf die neuen Energien. Wie daraus ein starker Energiekonzern werden soll, bleibt aber unklar.

          Was Johannes Teyssen vorhat, lässt sich auf eine einfache Formel bringen: Aus einem schwachen Konzern sollen zwei starke Unternehmen werden. Teyssen will Vorstandsvorsitzender der „alten“ Eon bleiben, die sich künftig ganz auf die neue Energiewelt konzentrieren soll. Wenn die Politik nicht doch noch weitere Rückstellungsforderungen für die Atomkraftwerke anmeldet, die sie notgedrungen behalten muss, hat die verschlankte Eon tatsächlich die Chance, als grüner Versorger in eine bessere Zukunft aufzubrechen.

          Wie allerdings aus Uniper ein starker Energiekonzern werden soll, will sich dem Beobachter bisher nicht recht erschließen – schon gar nicht nach der verheerenden Zwischenbilanz für das dritte Quartal. Gut, die Abschreibungen sind nicht zahlungs- und liquiditätswirksam, so dass die Börse mal eben schnell darüber hinweg geht.

          Doch die riesigen Wertberichtigungen auf Gas- und Kohlekraftwerke sowie Teile des Handelsgeschäfts sind ja nichts anderes als ein Spiegelbild der langfristig miesen Ertragserwartungen, mit denen Teyssen Uniper in eine ungewisse Zukunft entlässt. Es mag einige Lichtblicke wie die Stromproduktion in Russland geben, und sicherlich stecken auch im globalen Energiehandel noch Reserven. Trotzdem wachsen die Zweifel, dass Teyssens magische Formel funktioniert.

          Helmut  Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

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