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Entsorger : Der "Grüne Punkt" öffnet sich dem Wettbewerb

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Bild: F.A.Z.

Das Abfallunternehmen Duales System Deutschland will den Forderungen des Kartellamtes nachkommen und sich dem Kapitalmarkt öffnen. Die Verbraucher können auf sinkende Kosten hoffen.

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          Das Abfallunternehmen Duales System Deutschland AG (DSD) will den Forderungen des Bundeskartellamtes nachkommen und sich dem Kapitalmarkt öffnen. Deutsche Verbraucher können unterdessen auf sinkende Kosten für die Entsorgung von Verpackungsmüll hoffen. Kartellamt und Wirtschaftsverbände begrüßten die beabsichtigte Neukonzeption des DSD und die Öffnung zum Wettbewerb.

          „Das Duale System wird künftig keine kartellartige Struktur mehr haben, sondern in einen freien Wettbewerb um Preis, Qualität und Zuverlässigkeit bei der Verpackungsverwertung eintreten", sagte DSD-Aufsichtsratschef Erich Greipel am Dienstag in Köln. Großunternehmen sollen aus dem Aktionärskreis ausscheiden und deren Anteile über die Börse oder am Kapitalmarkt verkauft werden.

          Noch in diesem Jahr solle eine außerordentliche Hauptversammlung die neue Struktur und das mit der Kartellbehörde abgestimmte Konzept genehmigen, kündigte Vorstandschef Hans-Peter Repnik an.

          Das Duale System erwägt einen Börsengang
          Das Duale System erwägt einen Börsengang : Bild: dpa/dpaweb

          Duales System kommt einem Verbot zuvor

          Zuletzt hatten die Wettbewerbshüter deshalb sogar mit einer Untersagungsverfügung gedroht. Mit seinem Schritt kommt der Konzern nun dem drohenden Verbot zuvor. Das Bundeskartellamt kündigte an, das laufende Untersagungsverfahren einzustellen, wenn die Hauptversammlung die geplanten Strukturänderungen genehmige und diese „unumkehrlich“ eingeleitet seien. Kartellamtschef Ulf Böge sagte: „Der Fall zeigt insbesondere, daß Wettbewerb nicht nur ein abstraktes Leitmotiv für wirtschaftliches Handeln ist, sondern letztlich den Verbrauchern Vorteile bringt".

          Nachdem der DSD erstmalig 2003 auf Druck der Behörde eine „transparente und diskriminierungsfreie“ Vergabe der Leistungsverträge für die Entsorgungsunternehmen ausgeschrieben habe, sei nun mit sinkenden Preisen zu rechnen. 2005 würden die Kosten für das Sammeln und Sortieren des „gelben Sacks“ im Vergleich zu den bis 2003 gezahlten Preisen um rund 200 Millionen Euro gesenkt, eine Reduzierung um mehr als 20 Prozent, so Böge.

          Die Wirtschaftsverbände begrüßten die Pläne des DSD. Beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hieß es, der DSD könne sich nun von der seit langem bestehenden Diskrepanz zwischen Umwelt- und Wettbewerbsrecht befreien. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) fordert von der Politik, nun die Chance für mehr Wettbewerb zu ergreifen und die Verpackungsverordnung zu novellieren.

          Monopol immer stärker im Visier des Kartellamts

          Das Duale System war 1990 als Selbsthilfeeinrichtung von Handel und Industrie für die Entsorgung von wiederverwertbarem Müll - dem sogenannten „gelben Sack“ - gegründet worden. Dadurch hatte das Unternehmen über lange Zeit ein natürliches Monopol, das politisch so gewollt war, aber zunehmend in die Kritik der Kartellbehörde geriet.

          Den ausscheidenden Unternehmen werde das DSD ein angemessenes Übernahmeangebot vorlegen, sagte Vorstandschef Repnik. Ziel sei es, den Anteil bisheriger Aktionäre am Stammkapital auf unter 25 Prozent zu senken. Sollte dies zunächst nicht gelingen, werde eine Kapitalerhöhung unter Ausschluß des Bezugsrechtes erwogen.

          Maßnahmen sollen innerhalb von drei Jahren umgesetzt werden

          Bis zur Schaffung von Streubesitz durch einen Börsengang oder eine vergleichbare Plazierung am Kapitalmarkt werde ein „neutraler Investor“ die Anteile halten. Es würden bereits Gespräche mit verschiedenen Finanzinvestoren geführt. Bis Ende Oktober werde wohl eine Einigung erzielt werden, sagte Repnik.

          Die in der Aufbauphase des DSD gegebenen Darlehen sollen so rasch wie möglich gekündigt und zurück gezahlt werden, so Repnik weiter. Dabei handele es sich um über 100 Millionen Euro. Alle Maßnahmen sollen innerhalb der kommenden drei Jahre umgesetzt werden, sagte Repnik.

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