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Engpässe in der Altenpflege : Und wer betreut die Oma jetzt?

Bei der häuslichen Betreuung von Pflegebedürftigen gibt es wegen dem Coronavirus derzeit Engpässe. Bild: dpa

Aus Angst vor Corona und geschlossenen Grenzen sind viele Pflegekräfte zurück in ihre osteuropäische Heimat gereist. Zehntausende Familien stehen ohne Betreuung für ihre Angehörigen da.

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          Heidi Jung ist 93 Jahre alt und ein bisschen wackelig auf den Beinen. Aber ansonsten ist die Koblenzerin für ihr Alter ziemlich fit. Im täglichen Leben zur Seite steht ihr seit vier Jahren Iwona Wiszniewska. Doch jetzt ist Iwona nicht in Koblenz, sondern in ihrer polnischen Heimat nahe Breslau. Sie will dort bleiben. „Ich habe Angst vor dem Coronavirus“, sagt sie am Telefon.

          Andreas Mihm
          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.

          Angst vor dem Virus hat auch Maria Gulmantowitz. Maria und Iwona wechseln sich alle paar Wochen in der Betreuung von Frau Jung ab. Maria hatte schon eine Woche verlängert, weil Iwona nicht kam. Doch jetzt ist auch sie abgereist, mit dem Bus nach Allenstein (Olsztyn). Der letzte Bus für den 22-Stunden-Trip ging Montagabend. Ihre Schwägerin hatte schon vor zwei Wochen das Flugzeug nach Danzig bestiegen, eine Freundin vorige Woche den Minibus. Um Heidi Jung kümmert sich jetzt erstmal ihre Tochter.

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