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Energiewende : RWE und Eon stampfen ihre Atompläne ein

  • Aktualisiert am

So weit wie im Bild werden Eon und RWE die geplanten Atomkraftwerke in Großbritannien nie fertig stellen. Die zwei Energieriesen wollen ihre Neubau-Projekte vielmehr verkaufen. Bild: DPA

Die Energiekonzerne RWE und Eon geben ihre Pläne zum Bau von Atomkraftwerken in Großbritannien auf. Bis auf eine kleine Ausnahme verfolgen die führenden deutschen Atomkonzerne nun keine Neubauaktivitäten mehr.

          Eon und RWE haben ihre Pläne zum Bau von Atomkraftwerken in Großbritannien aufgegeben. Das 2009 gegründete Gemeinschaftsunternehmen Horizon Nuclear Power soll verkauft werden. Die beiden Energiekonzerne hatten sich vor drei Jahren bei einer Auktion zwei Standorte für neue Kraftwerke gesichert und die Projekte seitdem vorangetrieben. Der Kehrtwende sei eine strategische Prüfung vorausgegangen, die RWE und Eon unabhängig voneinander durchgeführt hätten, teilte RWE am Donnerstag in Essen mit. Ein Eon-Sprecher bestätigte die Entscheidung.

          Spielraum eingeschränkt

          Seit der Gründung von Horizon Nuclear Power hätten sich die Rahmenbedingungen entscheidend verändert, erklärte die britische RWE-Tochter NPower. Infolge der Wirtschaftskrise sei Kapital für Großprojekte knapp geworden. Das gelte vor allem für den Bau neuer Atomkraftwerke, die lange Vorlauf- und Amortisationszeiten hätten. Der beschleunigte Atomausstieg in Deutschland habe den Spielraum eingeschränkt.

          Die beiden bislang führenden deutschen Atomkonzerne verfolgen nun nahezu keine Projekte mehr für neue Kernkraftwerke. Nur noch Eon hat nach eigenen Angaben ein solches Projekt in Finnland, wo es minderheitlich an einem Konsortium beteiligt ist.

          RWE verfolgt nach dem Aus in Großbritannien keine Atomprojekte mehr. Zuletzt war der Essener Konzern aus Projekten in Bulgarien und Rumänien ausgestiegen. An dem Neubau des Meilers Borssele II in den Niederlanden hat RWE nach Angaben des künftigen Vorstandsvorsitzenden Peter Terium auch kein Interesse. Dort würden wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen fehlen. RWE hat in Borssele im Süden des Landes Anteile am bestehenden Meiler Borssele I. Die Beteiligung kam nach dem Kauf des dortigen Versorgers Essent zustande.

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