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Rainer Baake Bild: dpa

Rainer Baake : Der Energiewende-Architekt gibt auf

  • Aktualisiert am

Rainer Baake macht seit Jahrzehnten Energiepolitik, seit 2013 ist er Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Jetzt hat er um seine Entlassung gebeten – aus Protest gegen die neue Groko.

          Es ist wohl keine Übertreibung, wenn man sagt: Rainer Baake hat die Energiewende erfunden. Und umgesetzt. Jetzt nimmt der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium seinen Hut. In einem Schreiben an den designierten Minister Peter Altmaier (CDU) hat er um seine Entlassung gebeten. „Von einem Staatssekretär wird zu Recht erwartet, dass er sich in fortdauernder Übereinstimmung mit den grundsätzlichen Politiken und Zielen der Regierung befindet“, zitiert die Nachrichtenagentur dpa aus seinem Brief. „Ich kann das von mir in Zukunft nicht mehr behaupten.“ Daher bitte er Altmaier, ihn nach der Regierungsbildung von seinen Aufgaben zu entbinden. Heißt im Klartext: Das Grünen-Mitglied Baake protestiert gegen die Energie- und Umweltpolitik der neuen großen Koalition.

          Möglich aber auch, dass er damit einer Entlassung zuvor kam. Wirtschaftspolitikern der Union war Baake schon in der vergangenen Wahlperiode ein rotes Tuch. 2013 hatte Sigmar Gabriel als Wirtschaftsminister den grünen Energieexperten in sein Haus geholt – damit er Gabriel die Energiepolitik gestalte und die Flanke zu den Grünen offenhalte. Da war Baake Chef des Think Tanks Agora Energiewende, dessen Bedeutung seither nicht geringer geworden ist.

          Baake argumentiert nüchtern, er redet leise, und wer ihn – schmal und hager – sieht, kann zumindest ahnen, dass er seine Ziele klar und mit Ausdauer verfolgt. 62 Jahre alt ist er und steht im Zenit einer politischen Karriere, die eng mit dem Aufstieg der Grünen verbunden ist. Deren Oberrealo Joschka Fischer hat er 1991 als erstem grünen Landesumweltminister das Ministerium organisiert, dem Linksausleger Jürgen Trittin dann das politische Haus in Berlin. Immer in der zweiten Reihe, nicht als Politiker im Wahlamt, das hat Baake nie interessiert, sondern als effizienter und effektiver Technokrat. Er hat den Atomausstieg 2000 verhandelt, und niemand aus der Industrie wäre auf die Idee gekommen, ihm zu unterstellen, er wisse nicht, wovon er rede.

          Seit 2013 hat er ebenso stringent seine Idee der Energiewende umgesetzt. Gabriel hat ihn gewähren lassen und nur hier und da – etwa bei der Klimaabgabe für Braunkohlekraftwerke – ausgebremst. Baake ist verheiratet und Vater zweier erwachsener Töchter. Als politischer Spitzenbeamter könnte er sich theoretisch zur Ruhe setzen – will er aber nicht. „Ich komme ganz sicher zurück“, sagte er der taz. „In welcher Funktion auch immer.“

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