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Trotz Erneuerbarer Energien : Deutsches Stromnetz immer noch sehr sicher

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Das deutsche Stromnetz wurde nur selten unterbrochen. Bild: dpa

Die Länge der Stromausfälle hat sich in den vergangenen zehn Jahren fast halbiert. Das teilte die Bundesnetzagentur am Montag mit. Doch es gibt einen Haken.

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          Deutschlands Stromnetz ist trotz der erhöhten Beanspruchung durch viele neue Erzeuger mit der Energiewende sehr sicher. Der Durchschnittswert der Unterbrechungen lag 2016 mit 12,8 Minuten pro Jahr und Verbraucher praktisch auf dem Vorjahresniveau, wie die Bundesnetzagentur am Montag mitteilte. 2006 hatte der Wert noch 21,5 Minuten betragen.

          Insgesamt 172.000 längere Unterbrechungen

          Die Stromversorgung laufe auf einem „konstant hohen Niveau“, erklärte Netzagenturchef Jochen Homann. Insgesamt hätten die 860 Netzbetreiber gut 172.000 Unterbrechungen länger als drei Minuten gemeldet. Ursachen können Stürme, Blitzeinschlag, defekte Kabel oder auch Fehlbedienung sein.

          Dagegen haben die Stadtwerke in Deutschland vor einem zu einseitigem Fokus der Bundespolitik auf den Ausbau der Hochspannungstrassen gewarnt, während die örtlichen Verteilnetze vergessen werden. „Starke, intelligente und ausgebaute Verteilnetze sind der Schlüsselfaktor der Energiewende“, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), Katherina Reiche, vor dem  VKU-Stadtwerkekongress in Mainz an diesem Dienstag.

          20 bis 35 Milliarden Euro für Verteilnetze notwendig

          In Deutschland gebe es nur 36.000 Kilometer Hochspannungs-Übertragungsnetz, aber 1,7 Millionen Kilometer Verteilnetz, sagte Reiche. Diese befänden sich zum Großteil in kommunaler Hand. Sie zeigte sich überzeugt: „Die Energiewende findet dezentral statt.“ Es gehe meist nicht darum, Strom etwa großer Offshore-Anlagen in den Süden Deutschlands zu transportieren, sondern den Strom kleiner Biogas- und Solaranlagen richtig und klug zu verteilen. Um die Verteilnetze zu erhalten, seien je nach Schätzung im kommenden Jahrzehnt 20 bis 35 Milliarden Euro nötig.

          Für die E-Mobilität, deren Bedeutung stark zunimmt, seien Verteilnetze „der zentrale Schlüssel für den Erfolg“, sagte Reiche. Denn mit der Elektrifizierung des Verkehrs müsse Strom so durch die Leitungen gesteuert werden, dass E-Autos in ganz Deutschland zu jeder Zeit aufgetankt werden können. Der Jahresverbrauch eines Elektroautos liege etwa bei dem eines kleinen Haushaltes. Der Strombedarf des Verkehrs werde in den nächsten Jahrzehnten sehr stark ansteigen. Das bedeute: „Die Verteilnetze werden zum neuen Tankstellennetz“, sagte Reiche.

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