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Energieversorgung : Jetzt streiken Norwegens Gasarbeiter

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Gefragtes Gas aus Norwegen: Der Himmel erleuchtet in lila und pink hinter dem Johan Sverdrup Ölfeld in der Nordsee. Bild: dpa

Ausgerechnet jetzt: Die norwegischen Öl- und Gasarbeiter haben mit einem Ausstand begonnen. Das kann fast ein Viertel der Gasproduktion des Landes stilllegen.

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          Die norwegischen Öl- und Gasarbeiter haben inmitten der Sorgen um die Gasversorgung Europas die Arbeit niedergelegt. „Der Streik hat begonnen“, sagte Audun Ingvartsen, Vorsitzender der Gewerkschaft Lederne, am Montagabend. Die Öl- und Gasproduktion werde infolge der Arbeitsniederlegung am Dienstag um 89.000 Barrel Öläquivalent pro Tag (boepd) gedrosselt, wovon 27.500 boepd auf die Gasproduktion entfielen, teilte der norwegische Energiekonzern Equinor mit.

          Für die EU-Staaten kommt die Arbeitsniederlegung zur Unzeit, sind sie doch wegen ausbleibender russischer Lieferungen auf mehr Gas aus Norwegen angewiesen. Zuletzt war der Handelsgaspreis stark gestiegen und hatte sich innerhalb eines Monats verdoppelt auf mehr als 160 Euro je Megawattstunde (TTF). Ein geplantes stufenweises Zurückfahren der Produktion bis Samstag könnte nach einer Berechnung der Nachrichtenagentur Reuters dazu führen, dass fast ein Viertel der norwegischen Gasproduktion und etwa 15 Prozent der Ölproduktion stillgelegt werden. Die Entscheidung, die Produktion zu kürzen, obliegt letztlich dem Betreiber Equinor. Der Konzern war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

          Die norwegische Regierung hatte erklärt, sie verfolge den Konflikt „genau“ und könne den Streik beenden, wenn „außergewöhnliche Umstände“ vorliegen. Die Mitglieder der Lederne-Gewerkschaft, die rund 15 Prozent der Offshore-Arbeiter vertritt, hatten einen von Unternehmen und Gewerkschaftsführern ausgehandelten Tarifvertrag abgelehnt. Die anderen norwegischen Gewerkschaften haben ihn hingegen akzeptiert und wollen nicht streiken.

          Der Arbeitskampf begann um Mitternacht auf drei Feldern - Gudrun, Oseberg Süd und Oseberg Ost. Ab Mittwoch soll er auf drei weitere Felder - Kristin, Heidrun und Aasta Hansteen - ausgeweitet werden. Ein siebtes Feld, Tyrihans, muss ebenfalls am Mittwoch geschlossen werden, da dessen Produktion von Kristin verarbeitet wird.

          Beide Seiten wollten die Zusammenarbeit intensivieren, um kurz- und langfristig zusätzliche Gaslieferungen aus Norwegen zu gewährleisten, teilten die EU und Westeuropas größter Gasproduzent Ende Juni mit. Russland hat etwa die Lieferungen unter anderem an Polen und die Niederlande eingestellt, weil diese Staaten die von der Regierung in Moskau eingeführten neuen Bezahlmodalitäten in Rubel ablehnten.

          Aufgrund der Lieferkürzungen hat Norwegen seine Gasproduktion bereits hochgefahren und erklärt, seinen Absatz dieses Jahr um acht Prozent zu steigern. Die EU importiert bisher rund 20 Prozent ihres Gases aus Norwegen. Aus Russland kamen vor dem russischen Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar rund 40 Prozent.

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