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Energieversorgung gefährdet : Ägypten will Israel kein Gas mehr liefern

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Seit dem Machtwechsel in Kairo islamistische Gruppen insgesamt 14 Anschläge auf die Versorgungsleitung verübt. Bild: DPA

Dem ägyptisch-israelischen Verhältnis droht ein neuer herber Rückschlag: Ägyptische Energieversorger haben angekündigt, die Gaslieferungen an ihren Nachbarn einzustellen. Israelische Politiker befürchten Stromausfälle und warnen vor einem Präzedenzfall.

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          Ägyptische Energieversorger haben das Gas-Lieferabkommen mit Israel gekündigt. Damit drohen Israel nach Regierungsangaben im Sommer Energieengpässe bis hin zu Stromausfällen, denn der Gasbezug aus dem Nachbarland Ägypten macht rund 40 Prozent des israelischen Bedarfs aus.

          „Kein gutes Zeichen“

          Israels Außenminister Avigdor Lieberman wertete „die einseitige Aufkündigung des Gasabkommens“ als „kein gutes Zeichen“. Er hoffe, „dass dieser Streit wie jeder andere wirtschaftliche Streit gelöst werden wird“. Auch Finanzminister Juval Steinitz schlug Alarm: Der angekündigte Lieferstopp sei ein gefährlicher Präzedenzfall, „der einen Schatten auf die Friedensabkommen und die friedliche Atmosphäre zwischen Israel und Ägypten wirft“.

          Das Gas wird bislang durch eine Pipeline über die Sinai-Halbinsel nach Israel gepumpt. In der entlegenen und seit dem Umbruch in Ägypten staatlicher ägyptischer Kontrolle weitestgehend entzogenen Wüstenregion haben seit dem Machtwechsel in Kairo islamistische Gruppen insgesamt 14 Anschläge auf die Versorgungsleitung verübt. Die Islamisten wollen grundsätzlich keinen Handel mit dem jüdischen Staat treiben, also auch keine Energie liefern. Und selbst moderatere Kräfte im neuen Ägypten sehen das unter dem langjährigen Machthaber Husni Mubarak vor zwanzig Jahren geschlossenen Abkommen kritisch. Vielfach wird der erzielte Preis als zu gering erachtet.

          Hohe Schadenersatzforderungen

          Die zahlreichen Anschläge auf die Leitung haben bereits in den vergangenen Monaten immer wieder zu Einschränkungen in der Belieferung Israels und zu hohen Schadenersatzforderungen der Pipelinebetreiber gegen die ägyptische Regierung geführt. Die Regierung in Jerusalem warnt wegen der fragilen Lage seit längerem vor Energieengpässen vor allem in den heißen Sommermonaten, in denen die Menschen in dem Land besonders viel Energie verbrauchen.

          Die ägyptischen Firmen bestätigten im nationalen Fernsehen, das Abkommen sei schon am vergangenen Donnerstag gekündigt worden. Sie begründeten dies nur allgemein damit, dass die „andere Seite ihre Verpflichtungen nicht erfüllt“ habe. Auf israelischer Seite kündigte der Konsortialpartner Ampal-American Israel Corporation die Prüfung von Regressansprüchen an. Die Kündigung sei illegal und müsse deshalb umgehend zurückgenommen werden.

          Mehr als ein Wirtschaftsdisput

          Der Konflikt könnte sich rasch auswachsen. Das Verhältnis zwischen Israel und Ägypten ist seit dem Sturz des pro-israelischen Machthabers Mubarak im vergangenen Jahr stark angespannt. Im September vergangenen Jahres hatte ein Mob die israelische Botschaft in der Hauptstadt Kairo unbehelligt von Sicherheitskräften gestürmt, die israelischen Botschaftswachen mussten von einem Spezialkommando der ägyptischen Armee in Sicherheit gebracht werden. Mittlerweile hat Israel wieder einen Botschafter in Ägypten stationiert.

          Vom Sinai aus drangen im vergangenen August auch Extremisten nach Israel ein und schossen wahllos auf Autos, die entlang der Grenzstraße auf dem Weg in den Urlaubsort Eilat am Roten Meer waren. Acht Menschen starben. Bei der Verfolgung der Täter erschossen israelische Soldaten fünf ägyptische Grenzsoldaten - was die Spannungen zwischen beiden Ländern weiter anheizte.

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