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Windparks ohne Förderung : Erneuerbare Energie lohnt sich endlich

  • -Aktualisiert am

Auf dem Meer bläst der Wind verlässlicher als an Land. Bild: dpa

Windenergie ohne Staatszuschuss? Das hat kaum jemand erwartet. Doch jetzt wird bekannt: Offshore-Windanlagen machen den Strom so billig, dass Betreiber zum Teil auf die Zuschüsse verzichten. Das kommt auch dem Verbraucher zugute.

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          Betreiber von Offshore-Windparks in der deutschen Nordsee erwarten keine Staatszuschüsse mehr, um Windenergie zu erzeugen. Das ist an diesem Donnerstag bekannt geworden – als Resultat einer Ausschreibung.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.

          Es ist das Ergebnis einer Reform der Erneuerbare-Energien-Zuschüsse. Erstmals wurden die Zuschüsse nicht pauschal vergeben, sondern die Bundesregierung hat die Zuschüsse ausgeschrieben: Die Windpark-Betreiber, die am wenigsten Geld forderten, sollte von der Bundesnetzagentur den Zuschlag bekommen. Am Donnerstag wurden die Ergebnisse bekannt, und sie sind eine große Überraschung.

          Künftig werden durchschnittlich nur noch 0,44 Cent je Kilowattstunde an Staatszuschüssen gezahlt. Das niedrigste Gebot kommt sogar ganz ohne Zuschuss aus. Dabei werden für Offshore-Windparks derzeit noch 19,2 Cent je Kilowattstunde gezahlt. Allerdings wird die derzeitige Förderung nur für 12 Jahre gewährt, während es die neue Förderung für die Dauer von 20 Jahren gibt. Die Betreiber können also den weiteren technischen Fortschritt einkalkulieren.

          In Dänemark waren zuletzt noch 5 Cent Staatszuschuss nötig

          Insgesamt wurden vier Projekte mit einem Volumen von 1500 Megawatt zugeteilt, teilte die Bundesnetzagentur mit. Das höchste noch zum Zuge gekommene Gebot habe bei 6 Cent je Kilowattstunde gelegen. Zuletzt hatte Vattenfall in Dänemark mit einem Zuschlag von 4,99 Cent je Kilowattstunde den Zuschlag erhalten und viel Aufsehen für diesen niedrigen Preis erhalten.

          Auch der Präsident der Bundesnetzagentur zeigte sich von dem günstigen Ergebnis überrascht. Der durchschnittliche Zuschlagswert liege „weit unterhalb der Erwartungen“, sagte Jochen Homann. Das Ausschreibungsverfahren habe mittel- und langfristige Kostensenkungspotentiale freigesetzt, „die zu einer in diesem Umfang nicht erwarteten Senkung der Förderung führen werden“. Als sensationell hatten zuletzt schon Ausschreibungsergebnisse für große Photovoltaikanlagen in Deutschland von knapp acht Cent die Kilowattstunde gegolten.

          Offshore-Windkraft ist billiger

          Windkraftanlagen auf See sind produktiver als jene an Land, sie kommen mit geringeren Zuschüssen aus. Zwar ist der Bau auf dem Wasser komplizierter, doch lassen sich dort größere Anlagen bauen. Dazu kommt: Der Wind bläst verlässlich und stetig. Das macht die Offshore-Windräder wirtschaftlicher und stellt sie in eine Reihe mit „verlässlichen“ klassischen Großkraftwerken.

          Drei der vier zum Zuge gekommenen Projekte werden mit 600 Megawatt vom staatlichen dänischen Dong-Konzern betrieben, das vierte vom deutschen und – ebenfalls staatlich kontrollierten – Konzern EnBW. Der meldete stolz, er gehöre mit dem Zuschlag über 900 Megawatt „zu den weltweit ersten Offshore-Windparks ohne Förderung“. Neben der Förderung wird den Betreibern auch ein vom Stromverbraucher über die Netzentgelte finanzierter Netzanschluss ins Meer gelegt. Sie dürfen den Windpark 25 Jahre betreiben. Auch darin stecke „eine erhebliche Förderung“, erklärte die Netzagentur.

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