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„Ultranet“ : Diese Stromtrasse geht bald quer durch Deutschland

  • Aktualisiert am

2020 könnte die Stromautobahn „Ultranet“ in Betrieb genommen werden. Bild: dpa

Die Bundesnetzagentur informiert Bürger und Unternehmen über eine neue Starkstrom-Verbindung. Dafür ist abschnittsweise ein 1000 Meter breiter Korridor nötig.

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          Das neue Trassenprojekt „Ultranet“ ist an diesem Dienstag in Mainz vorgestellt worden. Es geht um eine der Starkstrom-Verbindungen quer durch Deutschland, die auch Ökostrom transportieren sollen. Um Behörden, Wirtschaftsvertreter, Kommunen und Bürger darüber zu informieren, organisiert die Bundesnetzagentur mehrere sogenannte Antragskonferenzen.

          Die Karte zeigt den geplanten Verlauf der Trasse.

          Wie das umstrittene Projekt „SuedLink“ und die Gleichstromtrasse „Süd-Ost“ soll „Ultranet“ Strom aus Windparks in Norddeutschland in den Süden bringen. „Ultranet“ ist allerdings komplett oberirdisch geplant. Die Trasse soll in Osterath in Nordrhein-Westfalen starten und über 340 Kilometer bis nach Philippsburg in Baden-Württemberg führen.

          „Ultranet“ wird überwiegend von der Firma Amprion umgesetzt, im Süden in einem Abschnitt von TransnetBW. Nach Angaben der Bundesnetzagentur ist es das am weitesten vorangeschrittene der drei großen Projekte. Laut Amprion-Sprecherin Bouillon könnte die Trasse bis 2020 fertig sein.

          Während der Konferenz ging es um einen Abschnitt zwischen Weißenthurm nahe Koblenz und Riedstadt in Südhessen, für den ein bis zu 1000 Meter breiter Korridor festgelegt werden muss. Amprion favorisiert einen Verlauf, der größtenteils östlich des Rheins durch Hessen und Rheinland-Pfalz führen würde. Dort könnten weitgehend Masten einer bestehenden Leitung mit genutzt werden, sagte eine Firmensprecherin.

          Bürgerinitiative kritisiert Pläne

          Es gibt eine Neuheit, die im Falle von „Ultranet“ erstmalig umgesetzt werden soll: Am Anfang und Ende der Stromtrasse sollen Konverter stehen, die den Gleichstrom, der hindurch fließt, in Wechselstrom umwandeln. So kann er direkt ins Netz eingespeist werden.

          Laut Amprio sollen bis zu 2000 Megawatt an Strom durch die neue Trasse fließen. Das entspreche der Leistung zweier Kernkraftwerksblöcke.

          Während der Antragskonferenzen können regionale Vertreter Bedenken äußern - etwa, was Abstände zu Wohnbauten, Vogelflugbahnen oder Naturschutzgebieten betrifft. Eingeladen waren zum Beispiel Kommunen, Forstämter, Unternehmen, Industrie- und Handelskammern sowie Zweckverbände.

          Alles werde gesammelt, dann müsse der Übertragungsnetzbetreiber weitere Unterlagen einreichen, sagte Bundesnetzagentur-Sprecher Olaf Peter Eul. Im Anschluss kommt es zur eigentlichen Beteiligung der Öffentlichkeit, bevor der konkrete Verlauf bis hin zum Standort einzelner Masten festgelegt wird. Die finale Entscheidung trifft die Bundesnetzagentur.

          Kritik äußerte bereits die Bürgerinitiative „Pro Erdkabel Urbar“. Auf Facebook fordert sie eine intensivere Suche nach Alternativstrecken, die Bürger weniger beeinträchtigten. Sie kritisiert, dass die Leitungen nicht unterirdisch verlegt werden sollen.

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