https://www.faz.net/-gqe-8s06l

Störanfälliger Atommeiler : Weg frei für Schließung von AKW Fessenheim

  • Aktualisiert am

Kraftwerk des Anstoßes: Das AKW in Fessenheim Bild: dpa

Im Wahlkampf hatte François Hollande versprochen, das Atomkraftwerk in Fessenheim stillzulegen. Seitdem ist wenig geschehen. Jetzt aber scheint der Weg frei für die Schließung.

          1 Min.

          Die Schließung des elsässischen Pannen-Atomkraftwerks Fessenheim ist näher gerückt: Der Verwaltungsrat des französischen Stromkonzerns EDF billigte am Dienstag eine Entschädigungsvereinbarung mit dem französischen Staat, wie aus informierten Kreisen verlautete. Damit ist der Weg frei für einen Entzug der Betriebserlaubnis von Frankreichs ältesten Atomreaktoren. Der französische Staat will EDF für die Schließung der Anlage mit mindestens 446 Millionen Euro entschädigen.

          Im Verwaltungsrat gab es aber nur eine äußerst knappe Mehrheit für eine Zustimmung zu dieser Entschädigungsvereinbarung, wie es aus den informierten Kreisen hieß. Den Ausschlag gab letztlich die Stimme von Konzernchef Jean-Bernard Lévy. Die Gewerkschaften sind strikt gegen eine Schließung von Fessenheim. Sie fürchten den Wegfall von hunderten Arbeitsplätzen.

          Fillon will an Kraftwerk festhalten

          Die Stilllegung des Atomkraftwerks ist ein Wahlversprechen von Staatschef François Hollande. Atomkraftgegner, aber auch die Bundesregierung fordern schon seit längerem ein Abschalten des am Rheinkanal gelegenen Atomkraftwerks, dessen Reaktoren 1977 ans Netz gingen und in dem es immer wieder Pannen und Zwischenfälle gibt.

          Der bürgerlich-konservative Präsidentschaftskandidat François Fillon, der derzeit nach den Umfragen für den Einzug in den Elysée-Palast im Mai 2017 favorisiert ist, will dagegen an Fessenheim festhalten. Er sagte im November in einer Fernsehdebatte mit seinen innerparteilichen Rivalen, dass die zwei Reaktoren am Oberrhein modernisiert, aber nicht geschlossen werden sollen. 

          Fillon beabsichtigt - anders als es ursprünglich der amtierende Präsident François Hollande wollte – den hohen Nuklearanteil Frankreichs von 75 Prozent der Stromproduktion bis 2022 aufrechtzuerhalten, weil das für das Klima gut sei. Sein Wahlkampfrivale Emmanuel Macron ist dagegen für eine Senkung des Nuklearanteils. Marine Le Pen vom Front National lehnt einen Atomausstieg grundsätzlich ab, weil sie Unabhängigkeit Frankreichs in der Energieversorgung bedroht sieht.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Neue Corona-Maßnahmen : Treffen unter dramatischen Vorzeichen

          Vor zwei Wochen konnten sich die Ministerpräsidenten nicht einigen. Jetzt sind die Infektionszahlen kaum noch kontrollierbar. Vor dem Treffen mit Merkel fordern immer mehr Politiker und Wissenschaftler harte Einschnitte mit strikten Kontaktbeschränkungen.
          Weil die Schnelltests dann am sichersten sind, wenn die Viruslast bereits hoch und der Infizierte wirklich infektiös ist, sind Antigentests sogar besonders geeignet, akute Risiken schnell zu erkennen: Ein Mädchen in Delhi lässt sich testen

          Viren-Schnelltests als Chance : Raus aus dem Schlamassel!

          Weniger Lockdown-Streit, mehr Pragmatismus wagen in der Pandemie: Wieso Schnelltests rasch helfen sollten, das Leben mit dem Virus erträglich und sicherer zu machen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.