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Ölminister vor Ölgipfel : „Wir werden den Markt nicht erschüttern“

  • Aktualisiert am

Der neue saudische Ölminister al-Falih Bild: AP

Die wichtigste Ölförderländer treffen sich in Wien. Dass sie die Förderung deckeln, gilt als unwahrscheinlich. Das liegt nicht nur am Iran.

          2 Min.

          Saudi-Arabien schließt trotz des Streits mit dem Iran um Erdöl-Förderquoten Schockwellen am Ölmarkt aus. Der neue Energieminister Chaled al-Falih sagte vor einem Treffen der Organisation der Erdöl produzierenden Länder an diesem Donnerstag in Wien, sein Land werde sehr vorsichtig vorgehen. „Wir werden sicherstellen, dass wir den Markt nicht erschüttern.“

          Ziel sei es, eine langfristige Marktstabilität zu erreichen. Falls nötig, werde sein Land eine gemeinsame Obergrenze für die Opec-Ölförderung vorschlagen.

          Nach Einschätzung von Insidern planen Saudi Arabien und seine Verbündeten unter den Golfstaaten einen derartigen Schritt. Damit könnte der Kampf um Marktanteile beendet werden, der den Ölpreis auf Talfahrt geschickt und Investitionen in neue Förderanlagen zum Erliegen gebracht hat.

          Allerdings gilt es als unwahrscheinlich, dass es zu einer Einigung zwischen Saudi Arabien und dem Iran kommt. Die Islamische Republik pocht darauf, ihre Förderung nach dem Ende der internationalen Sanktionen wieder auf das Niveau anzuheben, das vor den Strafmaßnahmen erreicht war.

          Sie setzt zudem auf individuelle Förderquoten für jedes einzelne Land. Ölminister Bidschan Sanganeh erklärte, nur so könne die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) das Gebaren der einzelnen Staaten kontrollieren. Saudi Arabien und der Iran sind Erzfeinde und führen in Syrien und im Jemen Stellvertreterkriege gegeneinander.

          Iran nicht der einzige Gegner

          Zudem werden auch aus den anderen Opec-Staaten Stimmen gegen eine Obergrenze laut. Libyens Vize-Ministerpräsident Musa al-Koni schloss eine Einigung auf ein Einfrieren der Öl-Produktion aus. Sollte es keine Übereinkunft auf dem Treffen geben, dürfte das Sorgen am Markt schüren, dass Saudi Arabien seine Förderung noch weiter hochfährt, um damit anderen Produzenten Marktanteile abzunehmen. Saudi-Arabiens staatlicher Öl-Konzern Aramco förderte zuletzt täglich mehr als zehn Millionen Fass (159 Liter) Öl, drei Mal so viel wie der derzeit größte börsennotierte Ölkonzern Exxon Mobil und plant den womöglich größten Börsengang aller Zeiten.

          Beim Treffen der Öl-Förderländer in Doha im April waren die Gespräche über eine Deckelung der Ölproduktion gescheitert. Experten machten dafür Saudi-Arabien verantwortlich. Das Land wollte durchsetzen, das auch der Iran seine Produktion kappt. Dies jedoch hatte die Islamische Republik, die bei dem Treffen gar nicht vertreten war, schon im Vorfeld abgelehnt.

          Wegen des Überangebots sank der Ölpreis seit Mitte 2014 von 115 Dollar auf zeitweise unter 30 Dollar pro Fass. Erst in den vergangenen Tagen sprang der Preis wieder über die psychologisch wichtige Marke von 50 Dollar je Barrel (159 Liter).

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