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OECD-Bericht : Steuervorteile für Firmenwagen schaden Klima

Zu Diensten: Firmenwagen sind für Hersteller von Luxusautos ein wichtiger Absatzmarkt. Die OECD beklagt die schlechte Klimabilanz, die noch steuerlich gefördert werde. Bild: AFP

Die OECD wettert gegen die Förderung von Dienstwagen in ihren Mitgliedstaaten. Die Länder subventionierten indirekt Luxusautos. Gerade die Kritik an Deutschland ist dabei ein wenig pikant.

          Die Vereinten Nationen (UN) und der Industrieländerclub OECD verlangen mehr Engagement zum Klimaschutz im Verkehrssektor. Während UN-Generalsekretär Ban Ki-moon den Teilnehmern des Weltverkehrsgipfels in Leipzig am Mittwoch zurief, es sei „an der Zeit, die globalen Verkehrssysteme neu zu gestalten“, kritisierte der OECD-Chef Angel Gurría die hohen staatlichen Subventionen in vielen Ländern.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Aufs Korn nahm er insbesondere die Förderung von Dienstfahrzeugen in den Mitgliedstaaten der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), also den Industriestaaten. Überall seien Firmenwagen steuerlich begünstigt. Das betreffe 19 Prozent aller Autos in der OECD, wie eine noch unveröffentlichte Studie seiner Organisation belege. „Das führt zu mehr Autos auf den Straßen, zu höheren CO2-Emissionen und kostete die Regierungen jedes Jahr zwischen 19 und 33 Milliarden Euro“, sagte Gurría der F.A.Z.

          Ein Drittel der Neuzulassungen Dienstwagen

          Dienstwagen sind gerade für die deutschen Premium-Autobauer wie Audi, BMW und Mercedes ein wichtiger Absatzmarkt. Wie wichtig er gerade auch in Deutschland ist, zeigen die jüngsten Zahlen der Automobilindustrie. Demnach fiel sogar ein Drittel aller hiesigen Pkw-Neuzulassungen von Januar bis April darunter, von 1,049 Millionen Neuzulassungen waren 352.000 Firmenwagen. Allerdings haben gerade große Firmenwagenflotten das CO2-Thema im Blick. Die Autobranche hatte immer sensibel auf solche Vorstöße zum Abbau von Steuervorteilen reagiert und hatte sich dabei immer auch auf die Regierung verlassen können.

          Dass der gerade im Amt des OECD-Generalsekretärs bestätigte Mexikaner die Förderpraxis für Firmenwagen nun gerade in Deutschland kritisiert, ist ein wenig pikant. Anderseits sieht sich aber gerade die deutsche Regierung auch als Vorkämpfer für den Klimaschutz. Daran knüpfte UN-Generalsekretär Ban an, als er die Teilnehmer per Videobotschaft aufrief, mehr zur Bekämpfung des Klimawandels zu tun und „neue, grüne Lösungen“ zu finden. „Ich mahne Sie alle, Ihre Anstrengungen zu beschleunigen“, sagte er. Es sei an der Zeit, die globalen Verkehrssysteme neu zu gestalten, „für eine sauberere, sicherere und nachhaltigere Zukunft“.

          Der Klimaschutz ist derzeit auf vielen Konferenzen Thema, schließlich soll im Dezember der erste Weltklimavertrag geschlossen werden. Darauf zielt auch eine Erklärung ab, die die in Leipzig versammelten Verkehrsminister, darunter Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), an diesem Donnerstag beschließen wollen. Bei dem von der OECD jährlich organisierten Weltverkehrsforum geht es um die Frage, wie durch Handel und Tourismus verkehrsbedingte Klimaschäden reduziert werden können.

          Gurría warnte, die Weltgesellschaft befinde sich auf einem Kollisionskurs mit der Natur. Die Kohlendioxidemissionen müssten schnell gesenkt werden, damit die Temperatur nicht um mehr als zwei Grad über das vorindustrielle Niveau steige. Jede Verzögerung erschwere die Aufgabe.

          Von dem Treffen in Leipzig könne ein wichtiges Signal ausgehen. Immerhin verantworte allein der Transportsektor rund ein Viertel der weltweiten CO2-Emissionen. Dabei stünden die Aussichten auf Wachstum: Immer mehr Menschen und Güter würden transportiert. Die Umwandlung in eine annähernd kohlendioxidfreie Wirtschaft sei nur „schwer zu erreichen ohne Anpassungen im Transportsektor“, sagte Gurría dieser Zeitung.

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