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Nordsee : Windpark Global Tech I geht in Betrieb

  • Aktualisiert am

Die 80 Windräder von Global Tech One haben eine Gesamtleistung von 400 Megawatt. Bild: dpa

Größer, höher, leistungsstärker. Immer neue Rekorde prägen die Windenergie-Branche. Nun wurde einer der größten deutschen Windparks eröffnet. Seine Entfernung von der Küste erfordert eine besondere Logistik.

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          Mit einem Festakt in Hamburg hat Darmstadts Energieversorger Entega AG, die frühere HSE, den Offshore-Windpark Global Tech I in Betrieb genommen. Die Windräder befinden sich 140 Kilometer vor der deutschen Nordseeküste entfernt und verfügen über eine Gesamtleistung von 400 Megawatt. Damit können rund 445.000 Haushalte mit Windenergie versorgt und jährlich 1,2 Millionen Tonnen C02 eingespart werden. Wie die Entega-Vorstandsvorsitzende Marie-Luise Wolff-Hertwig sagte, reiche allein der Entega-Anteil an dem Windpark aus, um mehr als 110.000 Haushalte zu versorgen „und damit die gesamte Stadt Darmstadt“. 

          Die Entega verfügt über Windparks in Polen, Frankreich und im Havelland. Bei Global Tech I handelt es sich aber um eine der größten Einzelinvestitionen. Überdies gehört das Feld aus 80 Windenergieanlagen der Fünf-Megawatt-Klasse zu den ersten Offshore Windparks, die in der Nordsee errichtet wurden. Zu gravierenden zeitlichen Verzögerungen beim Bau ist es nicht gekommen. Für das Unternehmen, das sich mehrheitlich im Besitz der Stadt befindet, gilt der Windpark als eine zentrale Säule der Erzeugungsstrategie. Die Offshore-Technologie sei wegen ihrer hohen und stabilen Windausbeute für den Erfolg der Energiewende unverzichtbar, sagte Wolff-Hertwig.

          Nahezu grundlastfähig

          Global Tech I sei mit bis zu 4500 Volllaststunden „nahezu grundlastfähig“. Die 80 Windturbinen wurden auf einer rund 41 Quadratkilometer großen Meeresfläche errichtet, die sich etwa 180 Kilometer vor Bremerhaven und 138 Kilometer vor Emden in nordwestlicher Richtung außerhalb des Meeresschutzgebietes in der deutschen Wirtschaftszone befindet. Genehmigt wurde die Anlage sowie das dazugehörige Umspannwerk vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrogeographie schon im Jahr 2008. Die Windanlagen sind auf stählernen Tripod-Fundamenten montiert, die sich in einer Wassertiefe von 40 Metern befinden. Durch den Nordseewindpark läuft sich die nutzbare Stromproduktion aus Windenergie nun auf 1,4 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr.

          Für die Mitarbeiter der Umspannstation von Global Tech I wurde eine „autarke Kleinstadt“ auf See gebaut. Hier lagern nicht nur 3500 Ersatzteile, sondern die Station verfügt auch über Wohnräume, einen Helikopterlandeplatz mit Tankstelle, eine Wasseraufbereitungsanlage und eine Brandabwehr. Auch für die medizinische Versorgung der Mitarbeiter wurden Vorkehrungen getroffen.

          Dieser Ausbau der erneuerbaren Energien folgt einer „Nachhaltigkeitsstrategie“, für die die Entega 2013 mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet wurde. Bislang haben sich aber nicht alle Investitionen als nachhaltig erwiesen. So kann Entega mit zwei hochmodernen Gasturbinenkraftwerken kein Geld verdienen. Auch ältere Verträge mit dem früheren Teilaktionär Eon belasten die Bilanz des Unternehmens, das im Rahmen einer „Vorwärtsstrategie“ sich auferlegt hat, durch Einsparungen oder höhere Erträge jährlich eine Ergebnisverbesserung von 90 Millionen Euro zu erzielen.

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