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Leuchtmittel-Trickserei : Lampen verbrauchen mehr Strom als draufsteht

Teure Weihnachtsbeleuchtung: Der Verbrauch ist meist höher als gedacht. Bild: Cornelia Sick

Zur Weihnachtszeit brennen überall besonders viele Birnchen. Doch Lichterkette und Co verbrauchen deutlich mehr Strom und liefern weniger Licht als draufsteht. Für die Verbraucher ist die legale Trickserei der Hersteller richtig teuer.

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          Viele Lampen verbrauchen deutlich mehr Strom und liefern weniger Licht als auf der Packung steht. Das geht aus einer Analyse schwedischer Verbraucherschützer hervor, die FAZ.NET vorliegt. Die Abweichungen betragen teilweise bis zu 25 Prozent der angegebenen Werte. Grund dafür ist die im EU-Recht erlaubte Berücksichtigung von großen Fehlertoleranzen bei der Messung der durch die Unternehmen angegebenen Werte. Fachleuten, auch in der EU-Kommission, ist das seit Jahren bekannt. Besondere Aufmerksamkeit hat das Thema jetzt durch einen Artikel der „Süddeutschen Zeitung“ bekommen.

          Hendrik Kafsack
          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Das „Schlupfloch“ gilt für alle Typen von Haushalts-Leuchten, Halogen- genauso wie Energiespar- oder LED-Lampen. Es wird anscheinend von allen Herstellern genutzt. Die Europäische Kommission hat schon 2012 geprüft, Unternehmen die Berücksichtigung von Fehlertoleranzen zu untersagen. Ein Entwurf des damaligen Vorschlags liegt FAZ.NET vor. Sie hat davon aber schließlich Abstand genommen. Die Europäische Kommission kündigte nun an, den Leuchtenherstellern das Aufschlagen dieser Toleranzen auf die Leistung zu untersagen, wenn sie im kommenden Jahr die Ökodesign-Anforderungen für Lampen überarbeite.

          Mehrkosten von bis zu zwei Milliarden Euro im Jahr

          Wenn sich die Kommission dafür einen Lampentyp nach dem anderen vornimmt, werde es zehn Jahre dauern, bis alle Abweichungen behoben seien, sagte Jack Hunter von der EU-Umweltschutzorganisation EEB. Schon gehandelt hat die Kommission hingegen in der EU-Richtlinie für das Energie-Label, das die Effizienz angibt. Dort dürfen die Unternehmen die Toleranzen seit 2012 nicht mehr berücksichtigen. Bei der Ökodesign-Richtlinie, auf deren Basis die Watt- und Lumen-Angaben (Helligkeit) erhoben werden, gilt das hingegen nicht.

          Der EEB geht davon aus, dass die Hersteller den Verbrauchern durch den Trick bei den Verbrauchs-Angaben Mehrkosten von bis zu 2 Milliarden Euro jährlich aufbürden, weil die Lampen in Wahrheit mehr Strom verbrauchten als von den Firmen deklariert.

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