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Kommentar : Kugel voll Strom

  • -Aktualisiert am

Warum nicht Betonkugeln im Meer versenken, die Strom speichern, wenn der Wind tost, und Strom spenden, wenn Flaute herrscht? Eine gute Idee haben Forscher aus Kassel da gehabt.

          Eine Betonkugel als Stromspeicher, das hört sich für Laien erst einmal abstrus an. Doch es folgt einem einfachen Gedanken: Wie jeder Stausee im Gebirge kann die Betonkugel mit Wasser gefüllt und wieder entleert werden, je nachdem, ob gerade überschüssiger Strom vorhanden ist oder gebraucht wird.

          Versenkt man eine solche hohle Betonkugel tief im Wasser, funktioniert das Prinzip auch, nur wegen des Wasserdrucks mit umgekehrten Vorzeichen. Warum also nicht Betonkugeln im Meer versenken, die Strom speichern, wenn der Wind tost, und Strom spenden, wenn Flaute herrscht?

          Forscher aus Kassel haben das im kleinen Maßstab im Bodensee ausprobiert. Sie sind hoffnungsfroh: Alles hat so geklappt, wie sie es sich vorgestellt hatten. Abgesehen von diesem Versuch wird der Bodensee nie wieder eine Rolle spielen in diesem Fall.

          Denn die Sache wird nur dort wirtschaftlich, wo große Kugeln in Küstennähe Hunderte Meter tief versenkt werden können. Die Betonkugeln werden nicht die Lösung aller Speicherprobleme sein, die sich in Zeiten der Energiewende zahlreich stellen. Aber sie sind ein weiterer Stein in dem Mosaik, das durch den Einsatz einer Vielzahl erneuerbarer Energieformen entsteht.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

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