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Kommentar : Frankreichs sanfte Energiewende

Am Ehrgeiz des französischen Umweltministers besteht kein Zweifel, zahlreiche Atomkraftwerke abzuschalten. Doch die Atomlobby ist sehr mächtig – und sollte nicht unterschätzt werden.

          Der französische Umweltminister Nicolas Hulot hat die reihenweise Schließung von Atomreaktoren angekündigt - „vielleicht 17 an der Zahl“. Dabei ist noch nicht einmal die Abschaltung des Kernkraftwerkes Fessenheim am Oberrhein in trockenen Tüchern. Die sozialistische Regierung hatte sie noch auf den Weg gebracht, doch sie soll erst in Kraft treten, wenn ein Reaktor der neuen Generation im normannischen Flamanville ans Netz geht.

          Im nächsten Jahr ist erst einmal geplant, den zweiten Reaktor von Fessenheim wieder hoch zu fahren. Hulot nimmt den Mund also sehr voll. An seinem Ehrgeiz besteht kein Zweifel, doch genauso wenig sollte die Macht der Atomlobby unterschätzt werden.

          Frankreich hat bisher nicht einmal im Traum daran gedacht, eine dem deutschen Weg ähnliche Energiewende einzuleiten. Man will lediglich bis 2025 von 75 Prozent Nuklearanteil an der Stromherstellung auf 50 Prozent kommen, wobei in Kreisen des Wahlkampfkandidaten Macron auch dieser Zeitplan angezweifelt wurde.

          Soziale Aspekte wie der drohende Stellenabbau bei den Kraftwerksbetreibern gelten als Hürde und die Staatskonzerne EdF und Areva hoffen auf einen Ausbau der Nuklearenergie zum Exportschlager. Dennoch ist die sanfte französische Energiewende sinnvoll: Denn Diversifikation ist besser als Abhängigkeit von einem Energieträger.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

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