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Kommentar : Fracking mit Sicherheit statt Wohlstand

  • -Aktualisiert am

Heute wird der Bundestag die Gasförderung durch Fracking praktisch verbieten. Wieder nimmt sich Deutschland ein Stückchen wirtschaftliche Zukunft.

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          Wieder nimmt sich Deutschland ein Stückchen wirtschaftliche Zukunft. Wenn der Bundestag nach jahrelangem Streit an diesem Freitag den Kompromiss zur Gasförderung durch Fracking beschließt, ist die Tür zur kommerziellen Nutzung dieser Technologie praktisch zugeschlagen.

          Lediglich zu wissenschaftlichen Zwecken sind dann noch Probebohrungen und Sprengungen etwa in Schiefergestein gestattet, ganze vier an der Zahl – und nur mit Einverständnis der jeweiligen Landesregierung. Die seit Jahrzehnten vor allem in Niedersachsen übliche konventionelle Gasförderung bleibt zwar erlaubt, wird aber noch mehr Auflagen unterworfen. Die neue Rechtssicherheit kostet also unternehmerischen Spielraum.

          Damit hat die große Koalition den von Umwelt- und Klimaschützern nach Kräften geschürten Ängsten vor den möglichen Gefahren des Frackings mehr Gewicht beigemessen als dem möglichen wirtschaftlichen Nutzen der in Amerika sehr erfolgreich angewendeten Technologie. Union und SPD gehen lieber auf Nummer Sicher. Das ist einfacher, als beim Wähler um Verständnis dafür zu werben, dass Wohlstand und sichere Energieversorgung auch daran hängen, immer wieder Risiken einzugehen.

          Heike Göbel
          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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