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Klimakonferenz in Marrakesch : Über 45 Länder wollen raus aus der Kohle

  • Aktualisiert am

Wie lange werden Bagger und Braunkohlekraftwerk noch gebraucht? Bild: ZB

Der deutsche Klimaschutzplan wurde nach zähem Ringen doch noch fertig. Ein Kohleausstieg steht nicht drin. Genau den wollen jetzt 45 arme Länder aus Afrika, Asien und der Karibik angehen.

          Dutzende Länder, die besonders unter dem Klimawandel leiden, möchten gemeinsam aus der Kohle aussteigen. Mehr als 45 arme Staaten aus Afrika, Asien und der Karibik wollen so schnell wie möglich gänzlich auf erneuerbare Energien umstellen.

          Die meisten der Unterzeichnerstaaten gehören zur Koalition jener Länder, die besonders von der Erderwärmung betroffen sind („Climate Vulnerable Forum“, CVF), wie etwa Kenia, Ghana oder Guatemala. Das CVF wollte die neue Inititave am Freitag am Rande der Klimakonferenz in Marokko verkünden. Ziel ist, die gefährliche Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.

          Offiziell sollte die Initiative erst am späteren Vormittag am Rande der Klimakonferenz in Marrakesch vorgestellt werden. Die Hilfsorganisation „Brot für die Welt“ hielt sich nach Angaben des CVF nicht an Absprachen und machte die Informationen vor Ablauf der vereinbarten Sperrfrist bekannt. Ob tatsächlich alle Staaten unterzeichnen würden, war zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht klar.

          „Deutschland wird beim Kohleausstieg überholt“

          Annalena Baerbock, Sprecherin für Klimapolitik der Grünen- Bundestagsfraktion, forderte, der Appell dürfe auch in Deutschland nicht ungehört verhallen. „Es reicht nicht, wenn Bundesumweltministerin Barbara Hendricks anderen Ländern, wie beispielsweise Marokko, empfiehlt, keine neuen Kohlekraftwerke zu bauen. Solche Ansagen müssen sich dann auch im deutschen Klimaschutzplan wiederfinden.“

          Ähnlich äußerte sich Martin Kaiser, Geschäftsführer von Greenpeace Deutschland. „Es ist ein Armutszeugnis, dass Deutschland beim Kohleausstieg inzwischen von immer mehr Ländern überholt wird. Die Bundesregierung darf diese wichtige Entscheidung nicht länger verschleppen, sie muss jetzt einen sozialverträglichen Ausstieg aus der Kohle bis spätestens 2030 umsetzen, verlangte er.

          Um den deutschen Plan war lange gerungen worden. Deutschland will demnach seinen Ausstoß von Treibhausgasen bis zum Jahr 2050 um 80 bis 95 Prozent reduzieren - ein verbindliches Klimaschutzgesetz ist der Plan aber nicht. Das kritisiert auch Klimaökonom Ottmar Edenhofer in der F.A.Z.-Woche kritisiert. Zugleich wirft er Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel vorgeworfen vor, vor der Industrie-Lobby eingeknickt zu sein.

          Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth von der deutschen Delegation in Marrakesch betonte hingegen, der Kohleausstieg komme auch in Deutschland: „Dass wir das am Ende machen, daran kann doch überhaupt kein Zweifel bestehen. Und vielleicht müssen wir das ein bisschen schneller machen, als der ein oder andere denkt.“ Ziel in Deutschland sei aber, den Kohleausstieg in einem „gesellschaftlichen Prozess“ zu gestalten, damit möglichst wenig Menschen das Gefühl hätten, das werde über ihren Kopf hinweg entschieden.

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