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Brief ans Kanzleramt : Gasbranche protestiert gegen Klimaschutzplan

  • Aktualisiert am

Nach Ansicht der Gasbranche sollen Pipelines in Zukunft weiterhin eine Rolle als Energiespeicher spielen. Bild: dpa

Die Gaswirtschaft fürchtet um ihre Existenz. Denn die Bundesregierung will langfristig aus dem Erdgas aussteigen. Jetzt wollen führende Verbände den neuen Klimaschutzplan in letzter Minute stoppen.

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          Die führenden Verbände der deutschen Gaswirtschaft wollen mit einem gemeinsamen Appell Änderungen am „Klimaschutzplan 2050“ der Bundesregierung erreichen. Die Branche teile die Sorge, dass mit dem Plan „falsche Signale in Richtung eines „Ausstiegs aus dem Gas“ gesendet werden“, heißt es in dem Schreiben an das Bundeskanzleramt, das der „Welt“ vorliegt. Nach derzeitigem Stand soll der Plan zur weitgehenden Dekarbonisierung der deutschen Energieversorgung am Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossen werden.

          Die Erdgas-Branche erkennt in dem Konzept jedoch eine Tendenz zu Technologieverboten und im Heizungsmarkt eine einseitige Präferenz der Bundesregierung für mit Ökostrom betriebene Wärmepumpen. Die Verbände – darunter der Bundesverband der Deutschen Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH), der Fachverband Biogas sowie die Initiative „Zukunft Erdgas“ – betonen in dem Schreiben die Rolle der Erdgas-Pipelines als unverzichtbarer „Energiespeicher“.

          So könnten Ökostrom-Überschüsse dazu genutzt werden, in Elektrolyse-Anlagen synthetisches Gas (Methan) zu produzieren. Auch könne man immer mehr Biogas ins Leitungsnetz einspeisen: „Durch die Aufnahme von erneuerbarem Strom wird die Gasinfrastruktur zur Batterie der Energiewende“, heißt es in dem Schreiben.

          Ein Rückzug aus der Erdgas-Nutzung, wie er im "Klimaschutzplan 2050" vorgezeichnet sei, wäre ein "massiver Eingriff in den Markt", kritisierten die Verbände. Er "würde die von allen gewollte Wärmewende erschweren, CO2-Einsparungen unnötig verteuern und eine zentrale Infrastruktur der Energiewende gefährden".

          Wenige Tage vor der UN-Klimakonferenz wird am Freitag das Klimaschutzabkommen von Paris in Kraft treten. Erstmals gibt es damit einen weltweit gültigen Vertrag zum Kampf gegen den Treibhauseffekt.

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