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Energiewende : Die Kritik an Ökostrom-Umlage wird lauter

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel vor einem Gaskraftwerk Bild: dpa

Die Energiewende wird immer teurer, die EEG-Umlage steigt. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel rühmt dennoch die gelungene Stabilisierung.

          Der Anstieg der Ökostrom-Umlage auf ein Rekordniveau hat die Kritik an der Verteilung der Kosten für die Förderung der erneuerbaren Energien angeheizt. Die vier Netzbetreiber 50Hertz, Tennet, Amprion und Transnet BW teilten am Donnerstag mit, dass die Umlage für die Stromkunden im nächsten Jahr auf 6,354 Cent je Kilowattstunde steigen wird. Die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) war in diesem Jahr erstmals leicht auf 6,17 Cent gesunken. Der abermalige Anstieg belastet einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden mit knapp 9 Euro inklusive Mehrwertsteuer.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) verglich die aktuelle Anpassung mit früheren Erhöhungen. „Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt, dass es uns gelungen ist, die EEG-Umlage zu stabilisieren und den durchschnittlichen Haushaltsstrompreis sogar leicht zu senken.“ Die Verbraucher profitierten von der EEG-Reform des letzten Jahres. Entscheidend ist nach seinen Worten die Summe aus Börsenstrompreis und EEG-Umlage. Sie sei zwei Jahre in Folge gesunken und werde wohl auch 2016 weiter zurückgehen.

          Der CDU-Politiker Joachim Pfeiffer hatte schon am Mittwoch eine grundlegende Reform gefordert. Die Grünen-Abgeordnete Julia Verlinden bemängelte, Gabriel habe es nicht geschafft, „die Überflutung des Strommarktes mit schmutzigem Kohlestrom einzudämmen“. Durch das Überangebot sei der Börsenpreis für Strom gefallen – die EEG-Umlage gleicht unter anderem die Differenz von Börsenpreis zu Vergütungssätzen von Erzeugern von grünem Strom aus. Eva Bulling-Schröter von der Linkspartei bemängelte, Haushalte müssten die Rabatte für die Industrie mittragen. Industriepräsident Ulrich Grillo bezeichnete die Umlage als „gravierenden Wettbewerbsnachteil“.

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