https://www.faz.net/-gqe-89197

Energiewende : Die Kritik an Ökostrom-Umlage wird lauter

  • -Aktualisiert am

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel vor einem Gaskraftwerk Bild: dpa

Die Energiewende wird immer teurer, die EEG-Umlage steigt. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel rühmt dennoch die gelungene Stabilisierung.

          1 Min.

          Der Anstieg der Ökostrom-Umlage auf ein Rekordniveau hat die Kritik an der Verteilung der Kosten für die Förderung der erneuerbaren Energien angeheizt. Die vier Netzbetreiber 50Hertz, Tennet, Amprion und Transnet BW teilten am Donnerstag mit, dass die Umlage für die Stromkunden im nächsten Jahr auf 6,354 Cent je Kilowattstunde steigen wird. Die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) war in diesem Jahr erstmals leicht auf 6,17 Cent gesunken. Der abermalige Anstieg belastet einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden mit knapp 9 Euro inklusive Mehrwertsteuer.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) verglich die aktuelle Anpassung mit früheren Erhöhungen. „Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt, dass es uns gelungen ist, die EEG-Umlage zu stabilisieren und den durchschnittlichen Haushaltsstrompreis sogar leicht zu senken.“ Die Verbraucher profitierten von der EEG-Reform des letzten Jahres. Entscheidend ist nach seinen Worten die Summe aus Börsenstrompreis und EEG-Umlage. Sie sei zwei Jahre in Folge gesunken und werde wohl auch 2016 weiter zurückgehen.

          Der CDU-Politiker Joachim Pfeiffer hatte schon am Mittwoch eine grundlegende Reform gefordert. Die Grünen-Abgeordnete Julia Verlinden bemängelte, Gabriel habe es nicht geschafft, „die Überflutung des Strommarktes mit schmutzigem Kohlestrom einzudämmen“. Durch das Überangebot sei der Börsenpreis für Strom gefallen – die EEG-Umlage gleicht unter anderem die Differenz von Börsenpreis zu Vergütungssätzen von Erzeugern von grünem Strom aus. Eva Bulling-Schröter von der Linkspartei bemängelte, Haushalte müssten die Rabatte für die Industrie mittragen. Industriepräsident Ulrich Grillo bezeichnete die Umlage als „gravierenden Wettbewerbsnachteil“.

          Weitere Themen

          Frankreich verdoppelt Anteil an Air France

          Fluggesellschaft : Frankreich verdoppelt Anteil an Air France

          Knapp 30 Prozent von Air France-KLM gehören künftig dem französischen Staat. Über eine Kapitalerhöhung und Anleihen beschafft sich die Fluglinie neue Milliarden. Eigentlich hatte sie auf noch mehr Geld gehofft.

          Hannover Messe Digital Video-Seite öffnen

          Livestream : Hannover Messe Digital

          Die Hannover Messe ist normalerweise die größte Industrieschau der Welt und beginnt am Montag wegen der Corona-Krise als reines Digitalformat. Verfolgen Sie die Veranstaltungen im Livestream.

          Reisebüros fürchten harte Auslese

          Corona-Folgen : Reisebüros fürchten harte Auslese

          Mit der Pandemie blieben die Kunden weg. Fachleute schätzen, jedem zweiten Reisebüro drohe in der heutigen Form das Ende. Neue Konzepte bis hin zur Videoberatung sollen vor dem Aus schützen.

          Topmeldungen

          Laschet und Söder vor der gemeinsamen Pressekonferenz am Sonntag, auf der sie beide ihre Bereitschaft zur Kanzlerkandidatur verkündeten.

          Laschet oder Söder : Die Angst vor dem Flächenbrand in der CDU

          Gerade war die CDU nach Jahren der Führungskämpfe zur Ruhe gekommen, da droht der offene Streit um die Kanzlerkandidatur die alten Gräben wieder aufzureißen. Doch wie ist eigentlich das Meinungsbild in den Landesverbänden?
          Auf die richtige Aktie gesetzt? In den vergangenen zehn Jahren waren unvorstellbare 5800 Prozent Zuwachs drin.

          5000 Prozent Rendite : Die zehn besten Aktien des Jahrzehnts

          Die zehn besten Aktien der vergangenen zehn Jahre zeigen: Mit den richtigen Firmen waren mehr als 5000 Prozent Rendite drin. Statt den Aushängeschildern der deutschen Wirtschaft punkten andere.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.