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EU-Vorhaben : Neue Ökolabel für Haushaltsgeräte

A+++ wird bald anders heißen: Einteilung des alten Ökolabels Bild: Picture-Alliance

Zu unverständlich und kompliziert: Die EU will das Ökolabel reformieren. Demnächst soll leichter erkennbar sein, welches Elektrogerät sparsam ist.

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          Die Europäische Kommission will das EU-Ökolabel grundlegend reformieren. Die Skala für die Effizienz von Haushaltsgeräten soll wie ursprünglich nur noch von „G“ für das ineffizienteste bis „A“ für das effizienteste Gerät reichen. Das sieht ein Verordnungsvorschlag vor, den der zuständige EU-Energiekommissar Miguel Arias Cañete an diesem Mittwoch in Brüssel offiziell vorstellen will. Das Papier liegt der Frankfurter Allgemeine Zeitung vor.

          Hendrik Kafsack
          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Die momentan weitverbreiteten Effizienzklassen „A+“ bis „A+++“ sollen nach einer Übergangszeit von einem halben Jahr wegfallen. Während dieser Zeit sollen die alte und die neue Einstufung des Geräts im Geschäft parallel angezeigt werden, um die Verbraucher auf die Umstellung vorzubereiten.

          Die Europäische Kommission reagiert mit ihrem Vorstoß darauf, dass die Haushaltsgeräte in den vergangenen Jahren immer effizienter geworden sind. Seit Jahren schon werden in der EU keine Waschmaschinen oder Spülmaschinen mehr verkauft, die nicht mindestens zur Effizienzklasse A gehören.

          Aus A wird B

          Bei den meisten anderen Elektrogeräten sieht das ganz ähnlich aus. Die Buchstaben „B“ bis „G“ auf der Skala werden damit faktisch nicht mehr benötigt. Stattdessen schmücken sich die meisten Geräte mit den Effizienzklassen „A+“, „A++“ oder „A+++“. Die EU-Ökokennzeichen auf Waschmaschinen, Spülmaschinen oder Kühlschränken haben damit nach Ansicht der Kommission ihre Bedeutung für die Verbraucher weitgehend eingebüßt.

          Vielen Verbrauchern sei nicht klar, dass der Unterschied zwischen den Klassen „A+“ und „A+++“ ebenso groß sei wie zwischen „C“ und „A“, heißt es zur Begründung in dem Vorschlag für die neue Ökolabel-Verordnung.

          Nach der Neueinstufung der Geräte werde deshalb aus der bisherigen Klasse „A“ mindestens die Klasse „D“ werden. „A+“ werde zu „C“, „A++“ zu „B“ und „A+++“ zu „A“. Je nachdem, welche Maßstäbe die Europäische Kommission bei der Neueinstufung der Haushaltsgeräte legt, könnten die Geräte aber auch in eine noch schlechtere Klasse abrutschen. Schließlich sei es auch das Ziel des Vorstoßes, neue Anreize für die Hersteller zu schaffen, ihre Geräte noch effizienter zu machen und den Energieverbrauch weiter zu senken, heißt es in der Kommission.

          Mehraufwand für Hersteller

          Lob für den Vorstoß kommt aus dem Europäischen Parlament, das seit Jahren auf eine Reform des Ökolabels dringt. „Eigentlich sollte das Label den Kauf von energieeffizienten Produkten erleichtern und beim Stromsparen helfen, heute verwirrt es nur noch, ist irreführend, widersprüchlich und längst überholt“, sagte die SPD-Europaabgeordnete Martina Werner. Sie sprach sich dafür aus, nach der Neueinstufung zunächst kein Gerät in die beiden obersten Effizienzklasse „A“ und B“ einzuordnen.

          Kritik übte der CDU-Abgeordnete Herbert Reul. Es drohe durch die Umstellung Mehraufwand für Hersteller und Händler. Die Neufassung sei überflüssig. Wenn die Kommission die Einstufung von Geräten ändern wolle, könne sie das auch Schritt für Schritt im Rahmen der bestehenden Regeln tun.

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