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Bau von neuen Reaktoren : EU will die Atomkraft stärken

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Geriet wegen Rissen im Beton zuletzt in die Schlagzeilen: Das belgische Atomkraftwerk Tihange. Bild: AFP

Während Deutschland den Atomausstieg vorantreibt, verfolgt die EU andere Ziele. Weniger Abhängigkeit von Russland und ein verringerter CO2-Ausstoß könnten das Ziel sein.

          Die EU-Kommission setzt einem Medienbericht zufolge auf Atomkraft. Die Europäische Union wolle ihre technologische Vorherrschaft im Nuklearsektor verteidigen, heißt in einem Bericht von „Spiegel Online“ unter Berufung auf ein Strategiepapier der EU. Demzufolge sollen die Mitgliedsstaaten bei der Erforschung, Entwicklung, Finanzierung und beim Bau neuer innovativer Reaktoren stärker kooperieren. Das Papier solle die Grundlage für die künftige Atompolitik der EU-Kommission sein und am Mittwoch von den für die Energieunion zuständigen Kommissaren verabschiedet werden. Anschließend solle es dem EU-Parlament vorgelegt werden.

          Außerdem will die EU wohl den Bau von flexiblen Mini-Reaktoren vorantreiben. Spätestens 2030 soll ein solcher Meiler in Europa im Einsatz sein. Hinter den Plänen vermuten Insider zum einen den Wunsch, von Russlands Öl unabhängiger zu werden. Zum anderen hat sich die Europäische Union aber auch ehrgeizige Klimaziele gesetzt, die es zu erreichen gilt.

          Deutschland will dagegen aus der Atomenergie aussteigen. 2022 soll das letzte Atomkraftwerk vom Netz gehen. Nicht zuletzt aufgrund der jüngsten Vorfälle in den belgischen Atomkraftwerken Tihange und Doel erscheint der Vorschlag überraschend. Kritik übten zunächst vor allem die Grünen: „Die hochgefährliche Atomkraft darf keine Subventionen erhalten“, sagt der Fraktionsvize Oliver Krischer. „Wir erwarten von Sigmar Gabriel deutliche Worte gegen diese absurden Atompläne der EU.“

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