https://www.faz.net/-gqe-8womk

Energiewende : EU-Kommission hinterfragt Extrageld für Stromkonzerne

  • Aktualisiert am

Als Reserve nutzbar? Das Kohlekraftwerk bei Voerde (Nordrhein-Westfalen) ist jedenfalls bereits abgestellt. Bild: dpa

Die EU-Kommission hat Bedenken gegen einen wichtigen Teil der deutschen Energiewende. Sie will prüfen, ob die geplanten Subventionen für Kraftwerke in Reserve tatsächlich nötig sind.

          Die EU-Kommission hat Zweifel an der von Deutschland geplanten sogenannten Kapazitätsreserve, über die in Notfällen die Stromversorgung sichergestellt werden soll. Man werde sie genauer unter die Lupe nehmen, sagte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager am Freitag in Brüssel.

          Hintergrund ist die Umstellung der Versorgung in Deutschland auf immer mehr Strom aus Sonne und Wind, der nicht immer gleichmäßig zur Verfügung steht. Der sogenannte Kapazitätsmechanismus soll die Versorgung im Extremfall sichern. Die Netzbetreiber sollen angehalten werden, ab 2018 für zunächst zwei Jahre eine Reserve von zwei Gigawatt Kraftwerkskapazität vorzuhalten. Die Betreiber werden dafür bezahlt, auch wenn die Anlagen nicht immer laufen. Konkret bezahlen alle Stromverbraucher die Zeche über ein höheres Netzentgelt.

          Vestager erklärte, eine sichere Stromversorgung sei wichtig und Deutschland habe ein berechtigtes Interesse daran. Aber die EU müsse sicherstellen, dass Beihilfen nur dann flössen, wenn sie unbedingt nötig seien. „Wir haben derzeit Zweifel an der Erforderlichkeit dieser Maßnahme und Bedenken bezüglich ihrer Ausgestaltung“, erklärte die Wettbewerbskommissarin. Sie werde detailliert die Annahmen und Szenarien prüfen, die Deutschland zur Berechnung von Angebot und Nachfrage im Stromsektor zugrunde gelegt habe.

          Weitere Themen

          Stillstand beim BVG Video-Seite öffnen

          Warnstreiks im Berufsverkehr : Stillstand beim BVG

          Wegen der laufenden Tarifverhandlungen kommt es zu Warnstreiks der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Die Menschen in der Hauptstadt mussten deswegen im morgendlichen Berufsverkehr auf U-Bahn, Straßenbahn und die meisten Busse verzichten.

          Topmeldungen

          Viel Verkehr wenig frische Luft zum Atmen. Doch wie gesundheitsgefährdend ist es, an einer vielbefahrenen Straße zu leben?

          F.A.S. exklusiv : Lungenärzte wehren sich im Streit um Stickoxid-Grenzwerte

          Die Grenzwerte für Diesel-Abgase sind nicht richtig, sagt der Lungenarzt Dieter Köhler. Doch er hat sich verrechnet. Jetzt kontert der Mediziner. Und auch seine Unterstützer bleiben ihm treu – sie feilen an einer gemeinsamen Erklärung.

          Rede auf Sicherheitskonferenz : Die (fast) entfesselte Angela Merkel

          Die Kanzlerin beschwört in München zu Recht die transatlantische Partnerschaft und die Bedeutung der Nato. Denn bei allem Dissens zwischen Amerika und Deutschland – die Gemeinschaft des Westens darf nicht aufs Spiel gesetzt werden. Ein Kommentar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.