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Energiewende : Weniger Subventionen für Windstrom vom Land

Windkraftanlagen in Sachsen Bild: ZB

Das Ergebnis für die erste Ausschreibungsrunde für Offshore-Windkraftanlagen war sensationell. Jetzt ist klar, dass der Staat auch für Windstrom vom Land weniger Subventionen zahlen muss.

          Windstrom vom Land wird für die Verbraucher in den kommenden Jahren günstiger. Eine erste Ausschreibung für den Bau neuer Windräder ist am Freitag mit einer durchschnittlichen Förderung von 5,71 Cent je Kilowattstunde zu Ende gegangen. Damit sinkt die für 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung verglichen mit dem bisherigen Niveau um rund ein Fünftel. Zum Zuge gekommen sind 70 Projekte, die zusammen eine Spitzenleistung von 807 Megawatt erbringen können.

          Helmut  Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Zum Vergleich: Das vom Stromkonzern Uniper in Datteln geplante Steinkohlekraftwerk hat eine Kapazität von 1100 Megawatt. Die Ausschreibung war deutlich überzeichnet. Insgesamt waren 256 Gebote mit einer Volumen von 2100 Megawatt eingereicht worden. „Das Wettbewerbsniveau war erfreulich hoch“, sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

          Nicht so hoch allerdings wie bei der vor vier Wochen abgeschlossenen ersten Ausschreibung für Windstrom von hoher See: Hatten sich dabei mehrere große Energiekonzerne ein Wettbieten geliefert und die Förderung teils auf Null gedrückt, ging nun der größte Teil der Zuschläge an „Bürger-Energiegesellschaften“, hinter denen üblicherweise Gemeinden, Landwirte und andere Privatleute aus der Region stehen. Sie können 65 der neuen Anlagen errichten. Die Essener RWE-Abspaltung Innogy sicherte sich die Rechte für drei Projekte, die schon im Frühjahr kommenden Jahres ans Netz gehen sollen.

          Windstrom vom Land steht für fast die Hälfte der deutschen Ökostromerzeugung. Weil die Leitungen nicht ausreichen, um den Strom abzuführen, hat die Bundesregierung den Zubau in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und im nördlichen Niedersachsen gekappt. Die für die Ausschreibung festgelegte Obergrenze von 258 Megawatt wurde fast allein von Niedersachsen voll ausgeschöpft. In diesem Jahr sind noch zwei weitere Auktionen geplant, um eine Gesamtkapazität von 2800 Megawatt zu vergeben. Im gleichen Rhythmus soll es bis 2019 weitergehen.

          „Windstrom an Land wird zum Kostenbrecher“, hoffen die Fachleute von Agora Energiewende. An den besten Standorten könnten die Vollkosten auf 3 bis 4,5 Cent je Kilowattstunde sinken. „Bürgerenergie ist der große Gewinner“, lobte Staatssekretär Rainer Baake vom Bundeswirtschaftsministerium die hohe Beteiligung von Bürgerwindparks, die das Ministerium durch handfeste Vorteile in der Ausschreibung unterstützt. Im Gegensatz zu anderen Bietern brauchen Bürger-Energiegesellschaften noch keine Genehmigung für die geplanten Projekte vorzulegen, und sie bekommen 2 Jahre mehr Zeit, um die Anlagen zu bauen. Und schließlich bemisst sich ihre Förderhöhe nicht nach dem eigenen Gebot, sondern dem höchsten in der Auktion akzeptierten Preis.

          Wer genau hinter den durch die Auktionsbedingungen besonders unterstützten Gesellschaften steht, wird allerdings nicht überprüft. Eine „Eigenerklärung“, dass die Anforderungen an die Gesellschafterstruktur erfüllt sind, genügt. Projektentwickler und andere Investoren könnten deshalb versucht sein, Strohmänner vorzuschieben, um sich die besseren Konditionen zu sicheren. Die Bundesnetzagentur deutete ihre Zweifel nur an. Es hätten „erstaunlich viele Bürgerenergiegesellschaften geboten. Zum Schluss ist entscheidend, dass die Projekte nun auch realisiert werden“, meinte Homann. Deutliche Kritik kam von Greenpeace. Es müsse genau geprüft werden, ob hinter den Gesellschaften nicht doch „versteckte Großinvestoren“ stünden.

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