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Energiewende : Sie bauen Windrad an Windrad an Windrad

Ein Windrad dreht sich in der Nähe von Nieder-Gemünden im Vogelsbergkreis. Bild: dpa

Im Rennen um die Zuschüsse für den Bau neuer Windkraftanlagen werden die Ausbauziele der Regierung weit übertroffen. Was die Investoren antreibt, ist klar.

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          Die Windenergiebranche hat das von der Regierung für ausreichend erachtete jährliche Ausbauziel schon im ersten Halbjahr weitgehend erreicht. Nach neuen Zahlen des Bundesverbands Windenergie wurden in den ersten sechs Monaten 790 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 2281 Megawatt gebaut. Das seien elf Prozent mehr als im Vorjahr. Das Ausbauziel der Bundesregierung liegt bei 2500 Megawatt im Jahr.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Wien.

          Die Branche übertrifft die Vorgabe seit Jahren. Zieht man die stillgelegten 146 Altanlagen ab, ergibt sich bis Juli ein Netto-Zubau von 2114 Megawatt. In Deutschland produzierten nun 27.914 Windenergieanlagen Ökostrom.

          Ab 2019 ändert sich etwas wichtiges

          Im zweiten Halbjahr erwartet die Branche einen weiteren Anstieg. Bis zum Jahresende dürften neue Windräder mit einer Leistung von 5000 Megawatt installiert werden, schätzte der Verband VDMA Power Systems. Windstrom an Land erlebe „das vierte starke Jahr in Folge“. Auch 2018 werde das 2500-Megawatt-Ziel übertroffen. Denn es stünden noch 3500 Megawatt Genehmigungen aus dem alten Fördersystem mit staatlich festgelegter Förderung zur Verfügung.

          Ab dem Jahr 2019 bekommen neue Windparks nur noch die Vergütung, die sie zuvor im Wettbewerb um die niedrigste Förderung gewonnen haben. Erste Ausschreibungen haben gezeigt, das es ein sehr großes Kostensenkungspotential gibt. Viele Investoren wollen sich deshalb noch die aktuelle, höhere Vergütung für die Laufzeit von 20 Jahren sichern. Bezahlt wird das von den Stromkunden, die auf ihre Rechnung eine Umlage zur Finanzierung der Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zahlen.

          Auch auf See geht der Ausbau von Windparks munter weiter. Nach einer Aufstellung der Interessenvertretung der Offshore-Branche haben im ersten Halbjahr 108 Windenergieanlagen auf dem Meer erstmals Strom eingespeist. Sie haben eine Gesamtleistung von 626 Megawatt. Damit seien zur Jahresmitte 1055 Anlagen in Nord- und Ostsee mit einer Leistung von 4749 Megawatt am Netz gewesen. Sie hätten bereits rund 70 Prozent der Strommenge erzeugt, die im vergangene Jahr produziert worden sei.

          Die Bundesregierung hatte zuletzt versucht, den Ausbau von Windenergieanlagen zu bremsen. Zwar plant sie einerseits den Ausbau der Kapazitäten für kohlendioxidfrei erzeugten Strom, andererseits fehlen aber oft die Netze, um die Elektrizität abzutransportieren. Deshalb wurde er Zubau neuer Windanlagen an Land in Norddeutschland bereits begrenzt. Für die Betreiber der Ökostromanlagen sind die Transportengpässe keine Thema: Sie werden für die Strommengen, den sie erzeugt haben, aber aus Netzgründen nicht ausliefern konnten, entschädigt.

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