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Atommüll-Endlager : Tiefenbohrungen nur noch mit Extragenehmigung möglich

Tiefbohrer bei der Arbeit Bild: dapd

Wer in der Tiefe nach Wasser bohren oder Rohstoffe schürfen will, braucht dazu künftig eine Extra-Erlaubnis. So sollen potentielle Atom-Endlager geschützt werden.

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          Die Suche nach dem Endlager für hochradioaktiven Atomabfall steckt zwar noch in den Kinderschuhen, doch hat sie schon jetzt erste Auswirkungen. Denn wer tiefer als 100 Meter bohren will, braucht ab August eine gesonderte Genehmigung. Auf die Weise sollen die unterirdischen Gesteinsschichten geschützt werden. Die neue Genehmigung gibt es nur, wenn die zuständige Landesbehörde und das neue Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) keine Bedenken haben, dass mögliche Endlagerstandorte beschädigt werden könnten. Das hat die Behörde am Montag mitgeteilt.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Wien.

          Ihr Präsident Wolfram König warnte allerdings vor einer Falschinterpretation: Es gehe nicht um einen Vorentscheid für das künftige Endlager, das nach derzeitigen Plänen ab dem Jahre 2031 gesucht werden soll. Als Wirtsgesteine dafür infrage kommen Salz, Granit oder Ton. Nach derzeitigem Stand wird erwartet, dass das Endlager zur nächsten Jahrhundertwende in Betrieb gehen könnte.
          Bei der anstehenden Suche nach einem Endlager solle kein Ort von vornherein bestimmt oder ausgeschlossen werden, auch nicht dadurch, dass beispielsweise durch Tiefenbohrungen ein möglicherweise geeignetes Vorkommen für die Endlagerung beeinträchtigt oder gar unbrauchbar werde, sagte König. Die Genehmigungsverfahren zur Sicherung möglicher Standorte schafften die  Voraussetzungen für ein faires Verfahren.

          Betroffen von den neuen Vorgaben sind Projekte der Erdwärmenutzung, der Brunnenbau oder Bergbau zur Rohstoffgewinnung in größeren Tiefen. Damit die Investoren nicht zu lange auf eine Entscheidung warten müssen,  gibt es Fristen. Über Bohrvorhaben wie zur Wassergewinnung oder für Erdwärme-Projekte in 100 bis 200 Metern Tiefe müssen Landesbehörden und BfE binnen acht Wochen entscheiden. Für die Genehmigung tieferer Bohrungen, etwa für die Suche nach Gas, es keine Zeitvorgabe.

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