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Neue Zulassungen : Die Deutschen kaufen viel weniger Dieselautos

  • Aktualisiert am

Dieselautos haben die Deutschen zuletzt weniger gekauft - und auch weniger Volkswagen. Bild: dapd

Die Diskussion über den Dieselmotor schürt Unsicherheit und ändert schon jetzt das Kaufverhalten der Deutschen. Pünktlich zum Dieselgipfel kommt neue Zahlen heraus, die das zeigen – und auch, wer davon profitiert.

          Die Deutschen kaufen weniger Dieselautos. Am selben Tag, an dem in Berlin Automanager, Minister und Länderregierungschefs über die Zukunft des Dieselmotors in Deutschland beraten, veröffentlicht das Kraftfahrtbundesamt neue Zulassungszahlen. Danach hat es im Juli beinahe 13 Prozent weniger Neuzulassungen von Autos mit Dieselmotor gegeben als ein Jahr zuvor.

          Der Diesel - Aufstieg und Fall einer deutschen Erfindung.

          Dagegen kauften die Deutschen mehr Benziner - deren Anteil am deutschen Personenwagen-Markt beträgt inzwischen 56 Prozent, während Dieselautos noch etwas mehr als 40 Prozent ausmachen. Bevor die Diesel-Krise begann, war es umgekehrt gewesen.

          Ein Grund für das sich ändernde Autokaufverhalten der Deutschen ist die wachsende Verunsicherung angesichts der Zukunft des Diesel. Viele Leute wissen schlicht nicht mehr, ob sie beispielsweise mit Fahrverboten in manchen Städten oder Plaketten rechnen müssen. Die Dieselauto-Verkäufe sinken seit Monaten gegenüber dem Vorjahr, im Juni war der Rückgang sogar noch größer gewesen als im Juli.

          Autohersteller, aber auch der Verkehrsminister und die Vertreter der Bundesländer suchen nun nach einer Lösung, die Fahrverbote oder andere Einschränkungen verhindert - und eher darauf setzt, dass die Autokonzerne Dieselfahrzeuge nachrüsten. Angekündigt haben sie das bereits und auch, dass sie dafür die Kosten tragen werden.

          Fachleute rechnen jedoch meist damit, dass die Skepsis gegenüber dem Dieselantrieb vorerst bleibt. „Erst wenn das Problem des im Realbetrieb zu hohen Schadstoffausstoßes nachhaltig und glaubhaft gelöst ist und Fahrverbote vom Tisch sind, wird sich die Nachfrage nach Diesel-Modellen stabilisieren“, sagte Peter Fuß von der Beratungsfirma EY.

          Insgesamt wurde im vergangenen Monat nach Daten des KBA 283.000 Autos in Deutschland zugelassen, eine Steigerung um 1,5 Prozent. Während Volkswagen weniger Autos verkaufte, fragten die Deutschen mehr Mercedes-Benz-Autos nach, ebenso BMWs; die Volkswagen-Tochtergesellschaft Audi verkaufte ungefähr unverändert viel. Fahrzeuge mit Elektroantrieb und Hybridautos, die einen herkömmlichen Verbrennungsmotor mit einem Batterieantrieb verbinden, wurden abermals öfter nachgefragt. Ihr Anteil an den Neuzulassungen ist aber nach wie vor minimal. Insgesamt kamen in den ersten sieben Monaten des Jahres etwas mehr als zwei Millionen Neuwagen neu auf die Straßen.

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