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Destabilisierungs-Kampagne : Drohen deutschen Kraftwerken russische Hacker-Angriffe?

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Ein Hubschrauber landet auf dem Dach des Hauptquartiers des russischen Geheimdienstes FSB in Moskau. Bild: AFP

Der Kreml versucht, die EU und besonders Deutschland zu schwächen, berichtete die F.A.Z. gerade. Einem anderen Zeitungsbericht zufolge bereiten russische Geheimdienste gerade konkrete Angriffe über das Internet vor.

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          Der deutschen Energiewirtschaft drohen womöglich Hacker-Angriffe, die von russischen Geheimdiensten gesteuert werden. Das berichtet der „Tagesspiegel“ und beruft sich dabei auf einen „Cyber-Brief“ des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) an deutsche Wirtschaftsverbände (hier geht es zur offiziellen Mitteilung).

          Demnach laufen gerade Vorbereitungen für eine „Angriffskampagne“ der Hacker-Gruppe Sofacy. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen könnten dadurch im schlimmsten Fall Kraftwerke und Leitungsnetze in der Bundesrepublik lahmgelegt werden. Hinter „Sofacy“ stünden der russische Inlandsgeheimdienst FSB und der Militärgeheimdienst GRU.

          Über 32 Internetadressen solle nach Angaben des Verfassungsschutzes Schadsoftware auf Firmenrechner eingeschleust werden. Sofacy sei die Hackergruppe, die im Frühjahr 2015 auch einen großangelegten Angriff auf den Bundestag unternommen habe.

          Der SPD-Innenpolitiker Burkhard Lischka sagte dazu, Russland wolle das Unsicherheitsgefühl in Teilen der deutschen Bevölkerung massiv verstärken. Würde eine Hacker-Gruppe ein Kraftwerk lahmlegen, „wäre erst recht eine Destabilisierung zu befürchten“. Einen Plan des russischen Präsidenten Wladimir Putin zur Destabilisierung Deutschlands sieht auch der CDU-Innenpolitiker Armin Schuster.

          Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete gerade erst, dass die russische Führung nach Erkenntnissen deutscher Sicherheitskreise einen systematischen Ansatz verfolgt, um die EU durch Propaganda und politische Einflussnahme zu schwächen. Es gebe eine von russischen Geheimdiensten erstellte Liste, auf der EU-Länder danach sortiert würden, wie anfällig deren Politik und Gesellschaft für Manipulationen seien.

          Deutschland liege auf dieser Liste, die vermutlich vor etwa einem Jahr entstanden ist, auf einem mittleren Platz. Es mehren sich jedoch Hinweise darauf, dass der Kreml angesichts der Eskalation der Flüchtlingskrise Deutschland mittlerweile für leichter verwundbar hält und seine Aktivitäten entsprechend verstärkt hat.

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