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Energiewende : Das Wettbieten um neue Windparks beginnt

In Reih und Glied: Offshore-Windpark vor der Insel Sylt Bild: dpa

Der Wettbewerb um die Förderung entscheidet, wer vor der Küste Windanlagen bauen darf. Das drückt die Preise, doch schreckt die Versorger nicht ab. Auch die nördlichen Nachbarn mischen mit.

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          Früher als von manchem erwartet hat die Bundesnetzagentur Ende Januar das Wettrennen um die begehrten Bauplätze für neue Windparks in Ost- und Nordsee eröffnet. Bis zum 3. April haben Interessenten nun Zeit, sich um die Fördertöpfe zu bewerben. Das Ergebnis wird mit Spannung erwartet. Erstmals werden jene Betreiber den Zuschlag für Meeres-Windparks bekommen, die die geringste Förderung verlangen. Ein Preissturz wie in den Nachbarländern gilt als sicher.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Nach den Photovoltaikanlagen werde die Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nun auch für Offshore-Windenergieanlagen im Wettbewerb vergeben, sagt der Präsident der Netzagentur, Jochen Homann. Die Höhe der Vergütung ist nicht mehr gesetzlich vorgegeben, sondern ergibt sich durch die Ausschreibungen. „Diese Umstellung stellt einen stetigen und kosteneffizienten Ausbau der Offshore-Windkraft sicher“, verspricht Homann.

          Seine Behörde hat den Bau von Windparks mit einer Kapazität von jeweils 1550 Megawatt (MW) in diesem und im nächsten Jahr ausgeschrieben. Die Förderung gilt für 20 Jahre. Gebaut werden sollen die Parks ab dem Jahr 2021. Zunächst nur mit je 500 MW in der Ostsee. Denn noch fehlen Leitungen an Land, um mehr Strom aus der Nordsee abzuleiten.

          Zusätzlich 3100 Megawatt - das ist etwa die Kapazität von drei Kernkraftwerken - in zwei Jahren sind nicht wenig. Ende vorigen Jahres waren nach Angaben der Stiftung Offshore-Windenergie 947 Windkraftwerke mit einer Kapazität von 4100 MW in Nord- und Ostsee am Netz. Allerdings sind erheblich mehr Gebiete vorbereitet, als in den Ausschreibungen zum Zuge kommen. Allenfalls die Hälfte der 24 genehmigten Parks habe eine Chance. Alles in allem hat das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie die Planung von Parks mit etwa 7000 Megawatt Kapazität abgesegnet.

          Überangebot führt zu höherem Druck

          Das Überangebot dürfte den Druck auf die Bieter erhöhen und die verlangte Vergütung senken. Denn die Betreiber wollen ihre Projekte zügig ans Netz bekommen. Erst dann fließt Geld. Wer es in den Ausschreibungen nicht schafft, muss länger warten und kann sich erst in späteren Jahren mit seinen Vorhaben zu dem dann niedrigsten Auktionsergebnis einkaufen.

          Druck auf die Preise dürfte auch entstehen, weil fast alle großen - nicht nur heimischen - Energiekonzerne ein Interesse an dem Geschäft haben. Vom schwedischen Vattenfall-Konzern und der baden-württembergischen ENBW über die dänische Dong bis hin zu Eon und der RWE-Abspaltung Innogy. Es hilft ihnen nicht zuletzt beim Imagewandel hin zum „modernen“ Ökostromerzeuger. Alle betreiben bereits Meereswindparks im Ausland und teils auch vor der deutschen Küste.

          E.ON

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          Nicht nur für Eon und Innogy sind die erneuerbaren Energien neben den Netzen und dem Energievertrieb das wichtigste Standbein. Innogy sieht in der Umstellung auf das Ausschreibungssystem einen wichtigen Hebel, um die Erneuerbaren in Richtung Markt zu bringen. „Wir glauben, dass wir für die anstehenden Auktionen gut aufgestellt sind“, sagt eine Sprecherin. Man werde sich an der ersten deutschen Ausschreibung beteiligen.

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