https://www.faz.net/-gqe-8z8rr

Castor-Transport auf Neckar : Schiff mit Atommüll muss kurzen Zwangsstopp einlegen

  • Aktualisiert am

Lange konnten die Aktivisten den Transport nicht aufhalten. Bild: dpa

Zum ersten Mal ist ein Castor-Transport per Schiff unterwegs. An verschiedenen Orten gibt es Demonstrationen. Vier Aktivisten haben das Schiff sogar kurzzeitig zum Halten gezwungen.

          1 Min.

          Nach einem Zwangsstopp wegen abgeseilter Aktivisten hat ein umstrittener Castor-Transport auf dem Neckar seine Fahrt fortgesetzt. Das Spezialschiff mit hoch radioaktivem Atommüll passierte am frühen Mittwochmittag langsam die Brücke bei Bad Wimpfen (Kreis Heilbronn). Dort hatten sich vier Mitglieder der Umweltschutzorganisation Robin Wood abgeseilt. Spezialkräfte der Polizei näherten sich von oben und seilten sich mit zwei Atomkraftgegnern in ein Boot ab. Zwei weitere Aktivisten hingen zunächst noch an der Brücke. „Wir bleiben, solange es geht“, hatten die Aktivisten angekündigt.

          Auch in Heilbronn protestierten Dutzende Atomkraftgegner gegen den Transport. Redner warfen bei der Kundgebung insbesondere dem baden-württembergischen Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) Versagen vor. „Eine Atomaufsicht, die diesen Namen verdient, gibt es nicht“, sagte ein Redner.

          Fünf weitere Transporte geplant

          Das Umweltministerium in Stuttgart teilte unterdessen mit, die Strahlenmessungen an der Strecke des Atommüll-Transports deuteten auf einen „einwandfreien“ Ablauf hin. „Gleiches gilt für das Schiff selbst“, hieß es per Twitter. Der Energieversorger EnBW will die Container mit verbrauchten Brennelementen in das Zwischenlager Neckarwestheim bringen. Für die etwa 50 Kilometer lange Strecke auf dem Neckar wurde eine Fahrzeit von etwa zwölf Stunden erwartet.

          EnBW hält die Beförderung per Schiff für eine sichere Lösung. Das Unternehmen argumentiert, dass der Transport des Atommülls nach Neckarwestheim den Bau eines Zwischenlagers in Obrigheim überflüssig mache. Das Unternehmen plant in den nächsten Wochen insgesamt fünf Transporte mit je drei Castoren. Damit sollen insgesamt 342 ausgediente Brennelemente nach Neckarwestheim gebracht werden.

          Weitere Themen

          Südafrika ohne Strom

          Marode Infrastruktur : Südafrika ohne Strom

          Nach Stromabschaltungen des gebeutelten Staatskonzerns stoppen Unternehmen den Betrieb. Auch Touristen sind betroffen. Afrikas größte Volkswirtschaft steuert immer schneller auf eine Rezession zu.

          Topmeldungen

          Hat nach dem Diesel-Urteil von Kassel was zu knabbern: Frankfurts Verkehrsdezernent Oesterling (links)

          Streit um Diesel-Fahrverbote : Letzte Mahnung für Frankfurt

          Im Streit um Diesel-Fahrverbote kann sich die Stadt Frankfurt bewähren. Angesichts des endlosen Wirrwarrs könnte man das Vertrauen in einen Staat verlieren, der erst gar nicht und dann sehr zäh auf den Dieselskandal reagierte.
          Wer sich Bildungsurlaub in den Kalender schreiben will, muss einiges beachten, bevor es losgehen kann.

          Die Karrierefrage : Lohnt sich Bildungsurlaub?

          Was haben Social-Media-Training und Klangmeditationen gemeinsam? Für beides gibt es eine ganze Woche frei. Bloß: die Regeln sind schwer zu durchschauen.

          Roxette-Sängerin Fredriksson : Die bessere Hälfte

          Es ist eine seltene musikalische Gabe, heftige Gefühle zu verstärken und gleichzeitig ein wenig über sie hinwegzuhelfen: Zum Tod der begnadeten Marie Fredriksson.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.