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Projekt Belene : Bulgarien sucht Investoren für halbfertiges Atomkraftwerk

  • Aktualisiert am

Die Baustelle des Atomkraftwerks Belene auf einem Archivbild. Bild: Reuters

Eigentlich wollte Bulgarien sein Atomkraftwerk Belene gar nicht fertigbauen. Doch ein Gerichtsurteil hat die Regierung zum Kurswechsel getrieben.

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          Die bulgarische Regierung sucht Geldgeber für ein halbfertiges Atomkraftwerk. „Wir müssen das Projekt mit Privatinvestitionen umsetzen“, sagte Ministerpräsident Boiko Borissow dem Fernsehsender Nova. Er verwies auf die hohen Kosten, die sein Land wegen des gescheiterten Kraftwerkbaus an Russland zahlen muss.

          Bulgarien hatte zwei Reaktoren für das Akw beim russischen Kraftwerksbauer Atomstroiexport bestellt, der zur Atomenergiebehörde Rosatom gehört. Im Jahr 2012 stoppte das EU-Mitglied jedoch das Bauvorhaben. Hintergrund waren hohe Kosten und wachsender Druck aus Brüssel und Washington. Ein Atomreaktor wurde fertig gebaut, der andere nur zur Hälfte. Das Kraftwerk bei Belene an der Donau ging nie in Betrieb.

          Im Juni verurteilte ein internationales Schiedsgericht Bulgarien zu einer Schadenersatzzahlung von 550 Millionen Euro an Atomstroiexport. Jeden Tag werden 167.000 Euro Zinsen fällig. Die bulgarische Regierung versuchte, Teile der Kraftwerksanlagen zu verkaufen, was aber nicht gelang.

          In Bulgarien gibt es lediglich ein Kernkraftwerk, das in Betrieb ist, und zwar in Kosluduy im Nordwesten des Landes. Die beiden Reaktoren stammen aus der Sowjetzeit und sollen 2017 beziehungsweise 2021 abgeschaltet werden. Verhandlungen mit dem amerikanischen Unternehmen Westinghouse Electric zum Bau eines neuen Reaktors platzten im vergangenen Jahr.

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