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Gastbeitrag : Deutschlands gescheiterte Klimapolitik

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Und aktuell erleben wir ein hervorragendes Beispiel, wie Innovationen CO2-Emissionen senken können. Die Schiefergasrevolution in den Vereinigten Staaten wurde ermöglicht, weil die amerikanische Regierung in den vergangenen drei Jahrzehnten knapp zehn Milliarden Dollar in Forschung und Entwicklung investiert hat. Dank Fracking wurden die Gaspreise gesenkt, schmutzigere Kohle durch weniger umweltschädliches Gas ersetzt und die CO2-Emissionen 2012 um rund 300 Millionen Tonnen gesenkt. Dies ist mehr als dreimal so viel, wie die teuren Windkraft- und Solaranlagen in allen EU-Staaten jährlich einsparen. Und während die EU jedes Jahr circa 40 Milliarden Euro zur Förderung von Sonnen- und Windenergie ausgibt, bringt der technologische Durchbruch bei Schiefergas den Vereinigten Staaten 260 Milliarden Euro im Jahr an Einnahmen. Hier wird das Potential für Durchbrüche beim Klimaschutz deutlich, wenn die Politik die Notwendigkeit von Innovationen erkennt.

Langfristige Klimastrategie: Investitionen in erneuerbare Forschung und Entwicklung

Während des „Copenhagen Consensus on Climate“ kamen 28 Klimaökonomen und ein Gremium von Experten, darunter drei Nobelpreisträger, zu dem Schluss, die beste langfristige Klimastrategie bestehe darin, die Investitionen in erneuerbare Forschung und Entwicklung dramatisch zu erhöhen, da hierdurch erneuerbare Energien günstiger würden, so dass letztendlich alle umstiegen. Die Berechnungen zeigen, dass jeder für Forschung und Entwicklung im Bereich erneuerbare Energien ausgegebene Euro Schäden durch den Klimawandel in Höhe von 11 Euro verhindern kann. Man übertrage dies auf die aktuelle Klimapolitik der EU: Ein aus mehreren makroökonomischen Modellen berechneter Durchschnitt zeigt, dass die jährlichen Kosten der EU-Klimapolitik von 2020 an bis zum Ende des Jahrhunderts 208 Milliarden Euro jährlich betragen werden, während durch den Klimawandel verursachte Kosten von jährlich 7,1 Milliarden Euro vermieden werden. Damit hat jeder ausgegebene Euro gerade einmal drei Cent Nutzen.

Die derzeitige Klimapolitik scheitert seit zwanzig Jahren, und sie wird wahrscheinlich auch weiter scheitern. Wir würden gerne glauben, dass erneuerbare Energien kurz vor dem weltweiten Siegeszug stehen, aber selbst in 25 Jahren werden Solar- und Windenergie nur eine marginale Rolle spielen. Wir würden gerne glauben, dass erneuerbare Energien kurz davor sind, wettbewerbsfähig zu werden. Tatsächlich wird die Rechnung immer größer. 2012 hat die Welt 110 Milliarden Euro für die Förderung erneuerbarer Energien ausgegeben. 2040 werden wir fast das Doppelte bezahlen.

Die aktuelle Klimapolitik basiert auf reinem Wunschdenken. Das können sich nur sehr reiche Länder wie Deutschland leisten. Für die Entwicklungsländer ist es wichtiger, Armut, Malaria und Hunger zu bekämpfen.

Die Erderwärmung ist Realität, und sie ist ein Problem. Bei der Pariser Klimakonferenz sollten wir aufhören, zu erwarten, dass alle einer politischen Linie folgen, die ihren wirtschaftlichen Interessen direkt zuwiderläuft. Stattdessen sollten wir anfangen, in die Erforschung und Entwicklung im Bereich der erneuerbaren Energien zu investieren, um diese so günstig zu machen, dass sie fossile Brennstoffe im Wettbewerb hinter sich lassen.

Björn Lomborg will die Welt zu einem besseren Ort machen. Der 50 Jahre alte dänische Politologe und Statistiker setzt auf die Überzeugungskraft der Zahlen. 2004 lud er renommierte Ökonomen nach Kopenhagen ein, um herauszufinden, wo die knappen Entwicklungsmilliarden die größte Wirkung erzielen im Kampf gegen Hunger, Krankheit und Armut. Blauäugigen Klimaschützern rechnet er vor, wie wenig die Milliardensubventionen für die Erneuerbaren für das Weltklima erreichen. (hig.)

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