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Klimapolitik : Autohersteller fordern Subventionen

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Energiezufuhr per Steckdose Bild: dapd

Die Energieziele der G-7-Staaten haben erheblichen Einfluss auf die deutsche Industrie. Autokonzerne und Solarunternehmen rufen nach dem Staat.

          Es ist erst wenige Tage her, da haben sich die G-7-Staatschefs im bayerischen Schloss Elmau auf den vollständigen Abschied von Kohle, Öl und Gas bis zum Ende des Jahrhunderts geeinigt, da wittern Teile der deutschen Industrie die Chance auf Subventionen. „Wer sich, wie die G7, hohe Ziele setzt, muss den Weg dorthin ebnen“, sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, dieser Zeitung. Was der Interessenvertreter der Autoindustrie damit meint: Er pocht auf die Forderung nach einer Sonderabschreibung von 50 Prozent im ersten Jahr für gewerblich genutzte Elektrofahrzeuge. „Hier sollten sich Bund und Länder rasch einigen, damit der Markthochlauf in Deutschland einen kräftigen Impuls bekommt.“

          Bislang liegt die Nachfrage nach Elektromobilen weit unter den Erwartungen der Hersteller. Der Plan der Bundesregierung, dass 2020 auf deutschen Straßen eine Million E-Fahrzeuge unterwegs sind, dürfte kaum aufgehen. Anfang kommender Woche wird in Berlin ein Elektrogipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stattfinden - ob der G-7-Beschluss dort das Pendel in Richtung neuer Unterstützung vom Staat ausschlagen lassen wird, gilt als unsicher.

          Wissmann sieht die Branche schon lange auf dem Umweltpfad. „,Weg vom Öl‘ - diese Strategie verfolgt die deutsche Automobilindustrie seit Jahren. Unsere Fahrzeuge brauchen immer weniger Kraftstoff, entsprechend gehen die CO2-Emissionen zurück“, sagte er. Zwar werde der Verbrennungsmotor in den kommenden beiden Jahrzehnten noch eine große Rolle spielen, doch die alternativen Antriebe gewännen immer mehr an Bedeutung. Die Konzerne selbst hielten sich am Mittwoch mit Kommentaren zurück. Volkswagen wollte sich auf Anfrage nicht äußern, BMW war mit der Vorstellung der neuen Siebener-Reihe ausgelastet, und im Hause Daimler hieß es lauwarm, man prüfe ohnehin regelmäßig, wie die Energieversorgung weiter optimiert werden könne.

          „Wir brauchen eine gesamteuropäische Energiewende“

          Deutlich lauter äußerte sich die krisengeschüttelte deutsche Solarindustrie. Sie forderte Merkel nach dem Klimaschutz-Bekenntnis der G7 zum Handeln auf. Der rückläufige Ausbau der Solarenergie passe mit den Beschlüssen der G7 nicht zusammen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft, Carsten Körnig, zum Auftakt der Solarmesse Intersolar in München. Er forderte zwar kein Geld vom Staat - die Energiewende müsse aber nun mit deutlich mehr Nachdruck vorangetrieben werden. „Jetzt sollte auch die Bundeskanzlerin Farbe bekennen und klar sagen, wie Deutschland in den Sektoren Strom, Wärme und Mobilität stärker als bisher Emissionen einsparen will.“ Im vergangenen Jahrzehnt war die Industrie hierzulande mit Milliardensubventionen groß gemacht worden. Förderungskürzungen und eine scharfe Konkurrenz aus Asien brachten sie in schwere Turbulenzen.

          In anderen Bereichen der Industrie mischten sich in den Reaktionen Zustimmung und Skepsis. In der Energiewirtschaft werden die Beschlüsse vom vergangenen Wochenende ausdrücklich begrüßt. Zugleich mahnen Branchenvertreter zu Realismus und Augenmaß - sie drängen weiterhin auf genügend lange Umstellungszeiten beispielsweise für Kohlekraftwerke. In einer Erklärung betonte der Energiekonzern Vattenfall, dass jetzt die Aussichten stiegen, dass es auf dem Klimagipfel in Paris im Dezember zu globalen verbindlichen Beschlüssen komme.

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