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Ende der Industrie : Wie soll Deutschland in Zukunft bloß Geld verdienen?

Die Aussichten werden besser. Bild: dpa

Alle warnen vor dem Ende der Industrie. Doch Deutschland ist robuster als gedacht – und hat ein paar Branchen mit vielversprechender Zukunft. Hier sind drei Gründe für etwas Optimismus.

          6 Min.

          Deutschlands Geschäftsmodell steckt in der Krise. Wohin man auch sieht, in den vergangenen Monaten hat sich Pessimismus breitgemacht. In Gefahr sei dieses Modell, sagte Industriepräsident Siegfried Russwurm noch vor Kurzem im Fernsehen. Der Chef des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, fordert Änderungen daran. Die „Deindustrialisierung“ fürchten sie alle: SPD-Chef Lars Klingbeil, Covestro-Chef Markus Steilemann und die Ökonomen der Deutschen Bank. Auch der Blick von außen verdunkelt sich: Der weltweit angesehene Wirtschaftshistoriker Adam Tooze glaubt, dass es für die deutsche Wirtschaft „schlecht oder sogar besonders schlecht aussieht“.

          Patrick Bernau
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Wert“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Pessimismus an sich ist nichts Neues, wenn es um Deutschlands Geschäftsmodell geht. Schon lange ärgert sich das Land darüber, dass es nicht so viele große Internetkonzerne hinkriegt, wie es gerne hätte. Dass die Produktion von Solar- und Batteriezellen inzwischen vor allem in China stattfindet. Und dass die Autoindustrie sich viel zu langsam fortentwickelt. Zuletzt aber hat sich die Laune im Land noch deutlich verschlechtert. In der Folge von Russlands Aggression ist Energie teuer geworden – so teuer, dass Warnungen vor einer Deindustrialisierung gleich aus Dutzenden von Mündern kommen. Und dann ist da die Globalisierung. Der ehemalige Exportweltmeister Deutschland leidet besonders darunter, wenn internationaler Handel eingeschränkt wird, weil sich Blöcke von Ländern bilden, zwischen denen die Abhängigkeit verringert werden soll.

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