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Energiekosten : Spanien und Portugal deckeln den Gaspreis

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Spanische Energieinsel: Stromrechnungen halbieren sich für 40 Prozent der spanischen Verbraucher. Bild: Imago

Nach heftigen Streit haben Spanien und Portugal beim jüngsten EU-Gipfel eine Ausnahmeregelung für ihren Energiemarkt durchgesetzt. Für 40 Prozent der Haushalt halbiert sich damit die Stromrechnung. Das dürfte Begehrlichkeiten wecken.

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          hcr./hmk. Madrid/Brüssel ⋅ In Spanien werden sich bald die Stromrechnungen für rund 40 Prozent der Verbraucher halbieren. Die Europäische Kommission hat sich mit Spanien und Portugal auf die Einzelheiten der „iberischen Ausnahme“ geeinigt, die Madrid und Lissabon nach einer langen und heftigen Diskussion bei EU-Gipfeltreffen im März durchgesetzt hatten. Sie hatten zunächst vergeblich verlangt, in der EU den Strom- vom Gaspreis zu entkoppeln, wogegen sich insbesondere Deutschland und die Niederlande gewehrt hatten. Diese hatten, wie auch die Europäische Kommission, argumentiert, dass damit der europäische Strombinnenmarkt ausgehebelt werde. Nun allerdings dürfen zumindest die beiden Länder zwölf Monate lang die Strompreise deckeln.

          Begründet wurde die Ausnahmeregelung damit, dass sie kaum an das restliche europäische Stromnetz angebunden sind und zudem mehr als andere EU-Mitglieder erneuerbare Energiequellen nutzen. Die beiden – von sozialistischen Politikern geführten – Regierungen konnten sich jedoch nicht mit ihrem Vorschlag durchsetzen, eine Obergrenze von 30 Euro für den Gaspreis je Megawattstunde zur Stromerzeugung festzulegen. Sie wird künftig bei 50 Euro liegen. Die Einigung ermögliche es, die Verbraucher besser zu schützen, da der Referenzpreis für Gas auf dem Großmarkt derzeit bei 90 Euro liege, sagte der portugiesische Umweltminister Duarte Cordeiro. Zunächst werde die Obergrenze 40 Euro betragen und dann schrittweise auf 50 Euro erhöht.

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