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Energie / Maschinenbau : RWE trennt sich von Heidelberger Druck

  • Aktualisiert am

RWE steigt bei Heidelberger Druck aus Bild: dpa/dpaweb

Der Energiekonzern RWE trennt sich weiter von seinen Industriebeteiligungen. Nach dem Rückzug beim Baukonzern Hochtief verkaufen die Essener wie erwartet ihren 50prozentigen Anteil am weltgrößten Druckmaschinenhersteller.

          Der Energiekonzern RWE trennt sich weiter von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Industriebeteiligungen. Nur gut zwei Monate nach dem Rückzug bei Deutschlands größtem Baukonzern Hochtief verkaufen die Essener wie von Branchenexperten bereits erwartet ihre Beteiligung am weltgrößten Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druckmaschinen AG.

          RWE biete Investoren ab sofort im Wege einer Kombination aus einer direkten Aktienofferte sowie einer Umtauschanleihe 42,968 Millionen Aktien von Heidelberger Druck zum Kauf an, teilte die RWE AG am Mittwoch in Essen mit. Dies entspreche einem Anteil von 50,02 Prozent am Grundkapital des Heidelberger Unternehmens.

          Direkt würden institutionellen Investoren in Europa und den Vereinigten Staaten etwa 30 Millionen Aktien offeriert. Den Rest biete RWE über eine Nullkupon-Umtauschanleihe im Volumen von bis zu 525 Millionen Euro zum Verkauf an. Die Anleihe habe eine Laufzeit von drei Jahren und eine Umtauschprämie von 35 Prozent. Der Bond werde ausschließlich institutionellen Investoren angeboten, allerdings nicht in den Vereinigten Staaten. Beide Angebote endeten bereits an diesem Donnerstag, hieß es.

          Aktie von Heidelberger Druck verliert

          Die Aktien von Heidelberger Druck haben am Mittwoch stark an Wert eingebüßt. Die Papiere des im MDax gelisteten Unternehmens lagen am Vormittag zeitweise mehr als zehn Prozent im Minus bei 26,95 Euro. In den vergangenen Tagen hatte die Aktie bereits deutlich an Wert gewonnen, am Dienstag war sie bei 30,20 Euro aus dem Handel gegangen.

          Michael Punzet, Analyst bei der Landesbank Rheinland-Pfalz, wertete die von RWE angekündigte Transaktion auf längere Sicht als positiv für Heidelberger Druck. Der Schritt sei konsequent. „Ich habe eigentlich viel früher damit gerechnet", sagte Punzet. Er rechne damit, daß die Kursverluste bei Heidelberger Druck nur vorübergehend seien.

          RWE besinnt sich aufs Kerngeschäft

          Erst Ende Februar hatte RWE seine 56prozentige Beteiligung am Essener Bauriesen Hochtief für insgesamt 950 Millionen Euro verkauft. Die Mittel wollte RWE unter anderem zum Schuldenabbau verwenden. RWE-Chef Harry Roels hatte in den vergangenen Monaten stets deutlich gemacht, daß sich der Energiekonzern mehr auf sein Kerngeschäft konzentrieren und seine Kapitalbasis nach zahlreichen Zukäufen in der Vergangenheit mit der Veräußerung von Beteiligungen wieder stärken wolle.

          "Für RWE ist das sicherlich positiv", kommentierte ein Händler die Beteiligungsveräußerung. „Der Energiekonzern ist hoch verschuldet und dürfte mit dem Verkauf seiner Heidelberger-Druck-Anteile wohl über eine Milliarde Euro einlösen", fügte er hinzu. HVB-Analystin Susanne Hasler rechnet allerdings mit keinem großen Buchgewinn für RWE.

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