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Energie : Chronik: Das Ringen von Eon um die Ruhrgas-Übernahme

  • Aktualisiert am

Der Düsseldorfer Energiekonzern Eon arbeitet seit eineinhalb Jahren an der Übernahme von Ruhrgas. Eine Chronik.

          Der Düsseldorfer Energiekonzern Eon hat es geschafft. Die Übernahme von Ruhrgas ist perfekt - nach über eineinhalb Jahren. Die Stationen im einzelnen:

          2001

          16. Juli 2001: Eon macht den ersten Schritt. In einem Tauschgeschäft mit dem Ölkonzern BP will der Stromriese 51 Prozent der BP-Tochter Gelsenberg übernehmen, die mit 25,5 Prozent an Ruhrgas beteiligt ist. BP erhält im Gegenzug die Mehrheit an VEBA Oel mit den Aral-Tankstellen.

          14. November 2001: Eon meldet die Übernahme von insgesamt 60,3 Prozent an Ruhrgas beim Bundeskartellamt an. Neben Gelsenberg will Eon auch die zweite große Ruhrgas-Aktionärin Bergemann schlucken.

          2002

          20. Januar 2002: Das Bundeskartellamt verbietet die Übernahme der Gelsenberg AG durch Eon aus Wettbewerbsgründen. Einen Monat später beantragt Eon eine Ministererlaubnis.

          03. Juli 2002: Eon sichert sich die restlichen rund 40 Prozent an Ruhrgas. Mit den Ölkonzernen ExxonMobil, Shell sowie dem Touristik-Konzern TUI wird die Übernahme der indirekten Anteile vereinbart.

          05. Juli 2002: Die Ministererlaubnis für die Ruhrgas-Übernahme wird erteilt. Der parteilose Wirtschaftsminister Werner Müller, der ehemalige Veba-Manager, hat die Entscheidung seinem Staatsekretär Alfred Tacke überlassen. Zu den Auflagen gehört der Verkauf von Beteiligungen unter anderem an Gelsenwasser.

          11. Juli 2002: Nach dem Eingang mehrerer Eilanträge stoppt das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf per einstweiliger Anordnung den Vollzug der Übernahme.

          02. August 2002: Das Gericht stuft die Minister-Erlaubnis im Eilverfahren als rechtswidrig ein und legt die Übernahme auf Eis.

          05. September 2002: Eine zweite Anhörung im Wirtschaftsministerium findet statt, um Verfahrensmängel zu beseitigen. Diese bestanden nach Ansicht des Gerichts unter anderem darin, dass Staatssekretär Alfred Tacke der ersten Anhörung fern geblieben war.

          19. September 2002: Die Bundesregierung erteilt eine neue „veränderte“ Ministererlaubnis für die umstrittene Ruhrgas-Übernahme. Im Vergleich zur ersten Genehmigung wurden die Wettbewerbs-Auflagen für Eon und Ruhrgas verschärft.

          17. Dezember 2002: Das OLG hält seine einstweilige Anordnung gegen die Ruhrgas-Übernahme aufrecht.

          2003

          27. Januar 2003: Eon verhandelt mit den Gegnern der Übernahme über eine außergerichtliche Einigung. Eon werde versuchen, die Wettbewerber mit einer Mischung aus Barmitteln, Gas- und Elektrizitätslieferungen zur Zustimmung zu bewegen, heißt es in einem Zeitungsbericht.

          28. Januar 2003: Die Einigung des Eon-Konzerns mit den Gegnern der Übernahme steht auf der Kippe. Ein Scheitern wird nicht mehr ausgeschlossen, verlautet aus Verhandlungskreisen.

          29. Januar 2003: Beginn des Hauptsacheverfahrens vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. In den folgenden Tagen versucht Eon weiter, sich mit den Klägern außergerichtlich zu einigen.

          31. Januar 2003: Eon einigt sich mit den Klägern, die ihre Beschwerden zurückziehen. Das Gericht schließt das Verfahren; die Ministererlaubnis der Übernahme ist rechtskräftig.

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