https://www.faz.net/-gqe-99rim

Französischer Ökonom sagt : „Macron hat die Hoffnung aufgegeben“

Patrick Artus ist Chefvolkswirt der französischen Investmentbank Natixis. Bild: AFP

Kommt eine große Reform der Währungsunion? Frankreichs Präsident glaubt daran nicht mehr, sagt jemand, der ihn kennt. Stattdessen verfolge er nun ein anderes Ziel.

          1 Min.

          „Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron hat die Hoffnung aufgegeben, mit Bundeskanzlerin Angela Merkel eine weitreichende Übereinkunft zur Reform der Eurozone zu erreichen.“ Das sagte der Chefökonom der französischen Investmentbank Natixis, Patrick Artus, auf einer Veranstaltung in Frankfurt.

          Artus ist in der französischen Politik seit Jahrzehnten sehr eng vernetzt und er besitzt seit langem auch Kontakte in den Elysée-Palast. Macron habe zu Beginn seiner Amtszeit die Erwartung gehegt, er könne zusammen mit Deutschland Reformen voranbringen, darunter die Einführung der europäischen Einlagensicherung und die Schaffung eines europäischen Finanzministers.

          Mittlerweile habe Macron erkannt, dass er mit seinen Plänen auf starken Widerstand in Berlin stoße und wohl nicht weit kommen werde. Aus ökonomischer Sicht halte er den Verzicht auf eine weitere Vergemeinschaftung von Risiken in der Währungsunion für falsch, fügte Artus als persönliche Einschätzung hinzu, aber man müsse die politischen Realitäten anerkennen.

          Nunmehr erwäge Macron, eine Offensive für mehr Investitionen in Zukunftsprojekte in Europa zu lancieren. Da er die bisher mobilisierbaren Mittel, zum Beispiel durch die Europäische Investitionsbank, nicht für ausreichend halte, sagte Artus.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Emmanuel Macron und Angela Merkel Ende Oktober bei der Amtseinführung von Christine Lagarde als Präsidentin der Europäischen Zentralbank

          Europäische Souveränität : Macrons Schockstrategie

          Kanzlerin Merkel hat Macrons „Rundumschlag“ kritisiert. Doch der Führungsanspruch des Franzosen wirkt nur deshalb so übermächtig, weil der deutsche Ausgleich fehlt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.