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Emails des früheren Apple-Chefs : Steve Jobs wollte „Heiligen Krieg“ gegen Google

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Steve Jobs bei der Vorstellung des neuen iPads im Januar 2010 - anderthalb Jahre vor seinem Tod Bild: AFP

Im Patentstreit zwischen Apple und Samsung hat der koreanische Konzern brisante Emails präsentiert. Demnach war Apple-Gründer Steve Jobs „besessen“ davon, den Konkurrenten niederzuringen.

          Der frühere Apple-Chef Steve Jobs hat ein Jahr vor seinem Tod in der Führungsspitze seines Konzerns einen „Heiligen Krieg“ gegen den Konkurrenten Google ausgerufen. Das geht aus Emails hervor, die der Anwalt des Handyherstellers Samsung im Patentstreit gegen Apple vor Gericht präsentierte. Jobs habe sich große Sorgen wegen Googles Smartphone-Betriebssystem Android gemacht, so der Samsung-Anwalt Bob Quinn in seinem Eröffnungsplädoyer am Dienstag. Apple sei angesichts des Erfolgs des Android-Systems geradezu „besessen“ davon gewesen, Google niederzuringen. 

          Die Patentschlacht zwischen Apple und Samsung geht derzeit in die nächste Runde: Der kalifornische Konzern will seinen koreanischen Rivalen wegen der Verletzung von fünf Patenten zur Verantwortung ziehen. Der Prozess begann am Montag vor einem Gericht im kalifornischen San Jose. Es ist das zweite Aufeinandertreffen der beiden Unternehmen vor diesem Gericht. Den ersten Prozess vor knapp zwei Jahren hatte Apple für sich entschieden. Die Amerikaner bekamen einen Schadensersatz von 1,05 Milliarden Dollar zugesprochen, der Betrag wurde später auf 929 Millionen Dollar reduziert. Samsung hat gegen dieses Urteil Berufung eingelegt.

          In dem neuen Prozess fordert Apple rund 2 Milliarden Dollar Schadensersatz. So viel hätte Samsung eigentlich an Lizenzgebühren für die Nutzung von Apple-Patenten zahlen müssen, argumentierte Apple-Anwalt Harold McElhinny. Die Südkoreaner hätten in den USA insgesamt 37 Millionen Smartphones und Tablets verkauft, die Patentrechte verletzt hätten. Apples Marketingchef Phil Schiller als erster Zeuge warf Samsung vor, mit dem Kopieren von iPhone-Funktionen dem Geschäft von Apple geschadet zu haben.

          Streit um die Rechtschreibkorrektur

          Die Samsung-Anwälte wiesen die Vorwürfe zurück und erklärten, es gehe Apple in Wirklichkeit um das Betriebssystem Android. „Dieser Prozess ist ein Angriff auf Android“, sagte Anwalt John Quinn. Apple beklagt unter anderem, dass in den Samsung-Produkten eine Rechtschreibkorrektur während des Tippens verfügbar ist - diese Technik sei eine kopierte Apple-Idee. Samsung wirft seinerseits Apple Verletzungen von Patentrechten vor.

          Auch in der nun gestarteten neuen Runde des Streits sind die Geräte, um die es geht, schon länger im Handel - wie das iPhone 4S und 5 von Apple und das Galaxy S3 von Samsung. Die beiden größten Smartphone-Hersteller tragen ihren Patentstreit in zahlreichen Ländern der Welt aus. Die Klagen haben jedoch nicht den Erfolg von Samsung getrübt, dessen Verkäufe Apple in vielen Märkten überflügeln konnten.

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