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Macron entscheidet : Elsass-Atomkraftwerk Fessenheim wird 2020 geschlossen

  • Aktualisiert am

Blick über den Rhein: Das Atomkraftwerk Fessenheim, von der deutschen Seite aus gesehen. Bild: AFP

Es ist das älteste französische AKW und steht direkt an der deutschen Grenze: Fessenheim hat schon oft für Streit in der Region gesorgt. Nun soll der Reaktor endgültig vom Netz gehen.

          Das älteste französische Atomkraftwerk in Fessenheim am Oberrhein wird im Sommer 2020 geschlossen. Das kündigte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Dienstag bei der Vorstellung eines Zehnjahres-Plans zur Energiewende in Paris an.

          Das AKW ist das älteste noch laufende Kernkraftwerk Frankreichs. Kritikern gilt es schon seit Jahrzehnten als Sicherheitsrisiko, Deutschland verlangt seit Jahren die Abschaltung des pannenanfälligen Kraftwerks. Es steht direkt an der französisch-deutschen Grenze, rund 30 Kilometer von Freiburg im Breisgau entfernt. Der Reaktor ist seit mehr als 40 Jahren am Netz.

          Deutschland begrüßt Entscheidung

          Die französische Regierung hatte sich bislang zur Abschaltung des Kraftwerks bis 2022 bekannt, aber noch keinen konkreten Termin genannt. Mit Macrons Ankündigung kommt der nun früher als geplant. Noch im zurückliegenden Monat hatte es vom Betreiber Électricité de France (EDF) geheißen, dass der erste Reaktor bis September 2020 und der zweite bis August 2022 heruntergefahren werden soll.

          Die Bundesregierung begrüßte die angekündigte endgültige Schließung. „Es ist erfreulich, dass Präsident Macron sich persönlich dafür verbürgt, Fessenheim im Sommer 2020 zu schließen“, sagte Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) am Dienstag. „Wichtig ist jetzt, dass diesen Worten auch Taten folgen.“

          Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) reagierte hingegen zurückhaltend auf Macrons Ankündigung. „Bevor Fessenheim nicht endlich stillsteht, gibt es keinen Grund für Jubelschreie“, sagte er am Dienstag in Stuttgart. Zu oft seien schon Daten genannt und später wieder korrigiert worden. Fessenheim sei ein Sicherheitsrisiko, nötig wäre ein sofortiges Abschalten.

          Auch zwölf weitere Reaktoren sollen vom Netz

          Macron sagte in seiner Rede zur weiteren Energiestrategie Frankreichs, es sollten bis 2035 – über Fessenheim hinaus – zwölf weitere Atomreaktoren geschlossen werden. Macron bestätigte bisherige Ankündigungen aus der Regierung, wonach der Zeitplan für eine Energiewende hin zu weniger Atomstrom geändert wird.

          Frankreich nimmt sich nun vor, den Atomanteil an seiner Stromproduktion bis zum Jahr 2035 auf 50 Prozent zu senken. Zuvor war schon das Jahr 2025 im Gespräch gewesen. Frankreich gilt als „Atomland“ und betreibt nach früheren Angaben 58 Atomreaktoren. Zur Zeit kommen mehr als 70 Prozent der französischen Stromproduktion aus der Kernkraft.

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