https://www.faz.net/-gqe-8x559

F.A.S. exklusiv : Elliott drohte Kleinfeld

  • Aktualisiert am

Klaus Kleinfeld Bild: Reuters

Der Hedgefonds Elliott muss sich immer neuen Vorwürfen stellen. So sollen Mitarbeiter des Großinvestors dem ehemaligen Arconic-Vorstandsvositzenden Klaus Kleinfeld nicht nur nachspioniert, sondern sogar offen gedroht haben.

          Aus der Schlammschlacht um den Abgang des deutschen Vorstandschefs
          Klaus Kleinfeld beim amerikanischen Metallkonzern Arconic werden immer neue Details bekannt. So hat der Großinvestor Elliott Management dem früheren Siemens-Chef offenbar nicht nur Detektive vors Haus geschickt, die seine Mülltonne durchwühlen und die Nachbarschaft befragen. Sondern Elliott-Mitarbeiter sollen Kleinfeld nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung auch unverhohlen gedroht haben, sich nicht mit dem Elliott-Gründer Paul Singer anzulegen.
           
          Wie schmutzig der Kampf geführt wird, beweist eine Anekdote, die Kleinfelds deutscher Kommunikationsberater Norbert Essing erzählt. Donnerstag Abend, gegen 22 Uhr, sei er angerufen worden von jemandem, der sich als Reporter des „Wall Street Journals“ ausgegeben habe. Er habe das nicht geglaubt, da er fraglichen Journalisten kenne, sagt Essing. Darauf habe der Anrufer geantwortet, seine Stimme klinge wegen der schlechten Leitung anders, und habe zwei Fragen gestellt. Als ihm der PR-Berater  immer noch nicht glaubt, so Essing, habe der Anrufer gedroht:  „I warn you: Don't go after Mister Singer.“ Frei übersetzt: Finger weg von Singer, dem Elliott-Chef. „Das ist eine üble Truppe“, sagt Kleinfelds PR-Mann.



          Die für sein unerbittliches Vorgehen gegen Unternehmen und deren Chefs bekannte Hedgefonds hatte Kleinfeld monatelang unter Druck gesetzt und letztlich dazu beigetragen, dass sich der gebürtige Bremer am vergangenen Montag vom Vorstandsposten von Arconic zurückzog.
           
          Am vergangenen Donnerstag hatte Elliott einen Brief öffentlich gemacht, den Kleinfeld an Singer geschrieben hatte und dessen Inhalt einige bizarre Anspielungen enthält. Der Hedgefonds hatte das Schreiben als Versuch gedeutet, Singer womöglich einzuschüchtern oder zu erpressen. Eine andere Interpretation bietet der emeritierte Soziologie-Professor Ulrich Oevermann in der F.A.S. „Der Brief enthält keine relevante Mitteilung. Das heißt, der Brief muss einen anderen Zweck erfüllen. Es geht um Beleidigung, Verarschung, Rache, Wut. Um starke Gefühle und naive Regungen“, schreibt der Erfinder einer anerkannten Methode zur Interpretation von Texten  in der F.A.S. „Kleinfeld macht Singer lächerlich“, behauptet Oevermann und fragt: „Hat der Briefeschreiber eigentlich noch alle Tassen im Schrank, wenn er diesen Brief schreibt?“


          Weitere Themen

          Die erste Frau mit Salz Video-Seite öffnen

          Unternehmerin im Senegal : Die erste Frau mit Salz

          Marie Diouf hat es von einer Arbeiterin zur Unternehmerin gebracht: Als erste Frau im Senegal beschäftigt sie 20 Arbeiter auf ihrem eigenen Salzfeld.

          60 Satelliten auf einmal ins All Video-Seite öffnen

          Internet 2.0 von SpaceX : 60 Satelliten auf einmal ins All

          Die erdnahen Trabanten stellen die erste Stufe eines geplanten Netzwerks des Internetdiensts Starlink dar, das Hochgeschwindigkeits-Internet für zahlende Kunden auf der ganzen Welt zur Verfügung stellen soll. Starlink ist ein Projekt des Unternehmers Elon Musk.

          Topmeldungen

          „Spiegel“-Verlagschef Thomas Hass (links), Chefredakteur Steffen Klusmann und Brigitte Fehrle stellen den Bericht vor.

          Der Fall Relotius : Über den Reporter, der immer Glück zu haben schien

          Fünf Monate, nachdem der frühere „Spiegel“-Redakteur Claas Relotius als Fälscher enttarnt wurde, legt das Magazin nun seine Untersuchung des Falls vor. Dabei geht es mit sich und einigen Mitarbeitern hart ins Gericht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.