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Elektronikkonzern : Die Apple-Show

Bild: AFP

Das iPad hat viele Verbraucher von Notebooks und Desktop-Computern weggelockt. Jetzt will Apple zeigen, dass es auch mit seinen Laptops noch Begeisterung wecken kann. Das Zugpferd soll ein neues Mac Book Pro werden.

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          Es ging los mit einem Scherz, und es endete mit viel Applaus. Als Apple-Chef Tim Cook am Montagmorgen die Bühne der hauseigenen Entwicklermesse World Developer Conference in San Francisco betrat, hatte sein persönlicher Asisstent, das Sprachsoftwareprogramm Siri, die bis auf den letzten Platz ausverkaufte Halle bereits mit einem Witz in Schwung gebracht: „Wir sind gespannt, was das nächste Gerät von Samsung sein wird: vielleicht ein Kühlschrank“. Die Masse lachte, der Konkurrent aus Korea dürfte nicht sehr amüsiert gewesen sein, Cook schmunzelte nur und ging an die Arbeit.

          Stephan Finsterbusch

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Zusammen mit seinen Vorstandskollegen stellte er auf der großen Bühne zweieinhalb Stunden lang die jüngste Produktoffensive von Apple vor: Neue Modelle der bewährten Laptoplinien Mac Book Pro und Mac Book Air, neue Details zu den kommenden Betriebssystemen seines Hauses, neue Anwendungssoftware samt Spracherkennung, Diktier-, Karten- und Orientierungsfunktionen. Das ganze Programm, die volle Palette. Cloudcomputing werde weiter ins Zentrum der Geschäfte rücken, Hardware und Software wie immer bei Apple eine enge Einheit bilden: schön, praktisch, gut. Damit soll die Konkurrenz von Samsung bis Google, von Microsoft bis Facebook auf Abstand gehalten werden.

          Tim Cook

          Die Wettbewerber orientieren sich vom Produktdesign bis hin zum Verkaufsmodell für Software über virtuelle Läden allesamt am Geschäftsmodell und an der technischen Expertise des Unternehmens aus dem kalifornischen Cupertino.

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          Mit der Hausmesse will Apple seine führende Rolle auf dem Markt und in der Branche untermauern. Microsoft wird im Herbst mit einem neuen Windows-Betriebssystem nachziehen. Samsung arbeitet sich an neuen Tabletcomputern ab, Google sieht nicht nur seine Landkartensofware „Maps“ durch ein gleichartiges neues Produkt von Apple unter Druck gesetzt, es versucht auch, mit seinem Betriebssystem Android dem Konkurrenten Paroli zu bieten.

          Im Mittelpunkt von Apple stehen aber neben dem Geschäft auch die Ästhetik und die Funktionalität. „Nur Apple kann Hardware, Software und Dienstleistungen so gut zusammenbringen“, sagte Vorstandschef Tim Cook. „Das sind die besten Computer, die wir je gebaut haben“, erklärte Chefdesigner Jonathan Ive auf der Messe. So werden die neuesten Apple-Geräte der Laptop-Modellreihe Mac Book Air fortan von Intel-Prozessoren der Marke „Ivy-Bridge“ gesteuert. Sie sollen nach den Worten von Marketingvorstand Phil Schiller die Geschwindigkeit für die Verarbeitung von Daten um bis zu 60 Prozent gegenüber ihren Vorgängern erhöhen.

          Darüber hinaus wird die maximale Speicherkapazität der ultradünnen Computer gegenüber den Vorgängermodellen auf 512 Gigabyte auf einem kleinen leichten Flash-Chip nahezu verdoppelt. Die Chips kommen von Samsung, dem Konkurrenten, mit dem sich Apple im Smartphone-Markt seit Monaten einen erbitterten Rechtstreit liefert, im Komponentengeschäft aber eng zusammenarbeitet. Computerhersteller von Hewlett-Packard bis Dell versuchen, Apple im Laptop-Bereich mit sogenannten Ultrabooks zumindest ein wenig Widerstand entgegenzusetzen – bislang mit nur beschränktem Erfolg.

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