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Elektronik : Siemens gibt sich realistisch

  • Aktualisiert am

Unsichere Zeiten bei Siemens Bild: dpa

Der Elektronikkonzern rechnet im nächsten Jahr mit einer "deutlichen Ergebnisbesserung". Sorgen bereitet die Handy-Sparte.

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          Siemens rechnet nicht mit einer raschen Erholung. Nach dem dramatischen Gewinneinbruch im abgelaufenen Geschäftsjahr wolle der Konzern 2002 zwar wieder bessere Ergebnisse vorlegen, sagte Vorstandschef Heinrich von Pierer am Donnerstag in München. Aber die branchentypischen Probleme zögen sich auch in das neue Jahr hinein, weswegen exakte Prognose nicht möglich seien.

          Die Herausforderungen bei den Telekommunikationsnetzen, beim Automobilzulieferer VDO und im Logistikbereich Siemens Dematic seien immens. Das erste Quartal werde noch durch Restrukturierungskosten belastet werden. Siemens halte zwar an seinen mittelfristigen Ertragszielen fest. Allerdings brauche das größte Arbeitsgebiet des Konzerns, Information & Communication (IC), zu dem auch das Handygeschäft gehört, ein Jahr länger, um seine Zielmargen zu erreichen, sagte Pierer. Auch bei Siemens Dematic seien die Zielrenditen gesenkt worden. Dieser Bereich soll aber 2002 wieder schwarze Zahlen schreiben.

          Von Pierer gab sich insgesamt zuversichtlich, dass die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen bereits 2002 greifen werden. Einen weiteren Stellenabbau bei dem Konzern wollte er aufgrund des unsicheren Konjunkturverlaufs jedoch nicht ausschließen. Bislang hatte der Konzern den Abbau von weltweit mehr als 17.000 Stellen beschlossen.

          Weitere UMTS-Kooperationen denkbar

          Bei der Entwicklung von Handys für den UMTS-Mobilfunk hat Siemens unterdessen einen Rückschlag erlitten. Die UMTS-Kooperation mit dem japanischen Toshiba-Konzern ruhe wegen technischer Probleme, bestätigte ein Siemens-Sprecher. „Das wird uns aber nicht aus unserem Zeitfenster werfen.“ Der Konzern gehe davon aus, bis zum Jahr 2003 in ausreichender Zahl UMTS-Handys zur Verfügung zu haben. Von Pierer kann sich hierzu Kooperationen mit anderen Herstellern bei UMTS-Handys oder Handhelds (PDAs) durchaus vorstellen, um Entwicklungskosten zu sparen. "Wir sprechen da mit vielen Partnern", sagte der Vorstandschef.

          Der Konzernumsatz war im abgelaufenen Geschäftsjahr 2000/2001 um 17 Prozent auf fast 89 Milliarden Euro gestiegen, der Gewinn nach Steuern aber eingebrochen von 8,7 auf 2,1 Milliarden Euro. Ursache war vor allem der Einbruch bei Handys und Telefonnetzen, der teure Restrukturierungen notwendig machte und im zweiten Halbjahr zu Milliardenverlusten führte. Daneben hatte auch die verlustreiche Tochter Infineon für einen Dämpfer gesorgt. Von Pierer sagte, beim Handygeschäft operiere Siemens inzwischen wieder an der Gewinnschwelle, das erste Quartal werde "ganz gut" laufen. Steigende Ergebnisbeiträge seien zudem von der Bahntechnik und der Kraftwerktechnik zu erwarten.

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