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Elektronik : Bläst Siemens betriebsbedingte Kündigungen ab?

  • Aktualisiert am

Die Mitarbeiterproteste hatten wohl Erfolg Bild: dpa

Medienberichten zufolge haben sich Firmenleitung und Betriebsrat darauf geeinigt, auf Massenentlassungen zu verzichten.

          Der Siemens-Konzern will einem Zeitungsbericht zufolge beim geplanten Stellenabbau offenbar keine betriebsbedingten Kündigungen aussprechen. Die Firmenleitung habe in den Verhandlungen mit den Betriebsräten erstmals erklärt, auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten zu wollen, berichtete die „Neue Ruhr Zeitung“ unter Berufung auf Unternehmenskreise. Damit seien die von der Arbeitnehmerseite befürchteten Massenentlassungen vom Tisch.

          Ein Siemens-Sprecher wollten den Bericht nicht bestätigen. „Es ist mir nicht bekannt, dass es einen solchen Beschluss gibt". Er wiederholte frühere Angaben des Konzerns, wonach betriebsbedingte Kündigungen die „ultima ratio“ seien. Der geplante Abbau von rund 2.300 Stellen in der Siemens-Netzwerksparte (ICN) am Münchener Standort Hofmannstraße wird nach Gewerkschaftsangaben indes um mehr als die Hälfte geringer ausfallen. Siemens hatte 2001 den Wegfall von weltweit rund 35.000 Stellen angekündigt - knapp die Hälfte davon im Inland.

          Gründung einer Service-Gesellschaft

          Gerade das Netzwerk-Geschäft (ICN) des Konzerns leidet unter der Flaute der Telekommunikationsbranche. Der NRZ zufolge ist die Konzernführung nun dazu bereit, über die Gründung einer Service- und Montage-Gesellschaft unter dem Siemens-Dach zu verhandeln. In diese Gesellschaft sollten rund 13.000 Mitarbeiter überführt werden. Diese Stellen seien bislang in den Siemens-Bereichen Gebäude (SGT), Industrielle Dienstleistungen (I&S) sowie ICN in Deutschland gefährdet. Dadurch könnten alleine in Nordrhein-Westfalen 3.000 bis 4.000 von den Streichplänen bedrohte Arbeitsplätze gesichert werden, berichtet die NRZ. Bislang hätten die Siemens-Manager die Erörterung von Alternativkonzepten wie die Gründung einer Service- und Montage-Gesellschaft abgelehnt.

          Arbeitszeitverkürzung

          Auch bei dem geplanten Stellenabbau am Münchener Standort Hofmannstraße haben sich Management und Arbeitnehmer offenbar aufeinander zu bewegt. Der angestrebte Personalabbau von 2.300 Stellen bei ICN in München sei einem vorläufigen Eckpunkte-Papier zufolge auf zunächst 1.100 verringert worden, teilten Betriebsrat und IG Metall mit. „Damit erscheint es möglich, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden.“

          Nach Gewerkschaftsangaben sollen alle ICN-Mitarbeiter an dem Standort einer Arbeitszeitverkürzung von 2,5 Stunden pro Woche zustimmen. Zudem würden ursprünglich ausgelagerte Werkverträge wieder zurück ins Unternehmen geholt. Darüber hinaus werde darauf gesetzt, dass ältere Mitarbeiter sich über Abfindungen vorzeitig zur Ruhe setzten.

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