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Elektromobilität : Jeder zehnte Neuwagen in der EU ist elektrifiziert

Stromtankstelle in der spanischen Stadt Bilbao. Bild: Reuters

Im dritten Quartal verdreifacht sich der Marktanteil elektrisch angetriebener Autos in der Europäischen Union. Das hat auch mit der Corona-Krise zu tun.

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          Der Marktanteil elektrisch angetriebener Autos in der Europäischen Union hat sich im dritten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdreifacht. Wie der europäische Fahrzeugherstellerverband Acea gerade mitteilte, war jeder zehnte zwischen Juli und September neu zugelassene Personenkraftwagen in der EU entweder ein reines Elektroauto oder ein Plug-in-Hybrid, dessen Batterie für den zusätzlichen Elektromotor von außen aufladbar ist. Im Vorjahreszeitraum betrug der Anteil laut Acea noch 3 Prozent.

          Entsprechend weniger Gewicht haben in einem insgesamt schrumpfenden Markt Autos, die Benzin oder Diesel verbrennen. Gleichwohl kamen diese Antriebsarten im dritten Quartal zusammen noch auf einen Marktanteil von rund drei Viertel. Etwa die Hälfte der rund 2,8 Millionen Neufahrzeuge verfügte über einen Benzinmotor, gut ein Viertel hatte einen Dieselantrieb. Der Marktanteil von reinen Batteriefahrzeugen und Plug-in-Hybriden betrug jeweils rund 5 Prozent. Etwas mehr als 12 Prozent des Marktes entfielen auf Hybrid-Fahrzeuge.

          Insgesamt ließen die Behörden in der EU allein im dritten Quartal rund 274.000 elektrifizierte Autos neu zu. Zwischen Januar und September summierten sich die elektrifizierten Neuzulassungen auf gut 570.000 Stück. Das waren mehr als doppelt so viele Fahrzeuge wie im Vorjahreszeitraum. Im bisherigen Jahresverlauf bis einschließlich September kommen Elektroautos auf einen Marktanteil von 4,1 Prozent, Plug-in-Hybride auf 3,9 Prozent.

          Laut Acea ist das starke Wachstum im dritten Quartal hauptsächlich auf Kaufanreize der EU-Mitgliedsstaaten zurückzuführen, die die Autobranche in der Corona-Krise stützen sollen und zum großen Teil Käufern von Elektroautos und Plug-in-Hybriden zugutekommen. So hatte zum Beispiel die deutsche Bundesregierung im Rahmen ihres Corona-Konjunkturpakets die Kaufprämien für Elektroautos angehoben. Auch Frankreich hatte eine Kaufprämie für Elektroautos eingeführt.

          Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) plädierte am Donnerstag dafür, die deutschen Kaufprämien zu verlängern und womöglich zu erhöhen. „Es kommt darauf an, dass wir über längere Zeit die Bestellungen halten", sagte Söder auf dem digitalen „Auto-Gipfel“ des „Handelsblatts“. Die Auftragsbücher der Hersteller seien - auch begünstigt durch die im Sommer erhöhten Kaufanreize - im E- und Hybridgeschäft derzeit gut gefüllt. Angesichts des Branchenumbruchs und der Corona-Krise müsse es darum gehen, den Pkw-Sektor noch weiter zu stabilisieren.

          Mit Blick auf alternative Antriebe sollte das Motto laut Söder nun heißen: „Verlängern, ausbauen und vielleicht höher setzen.“ Er nannte auf Nachfrage einen Zeitraum bis mindestens zu den Jahren 2024 oder 2025. In Deutschland ist die mit Steuermitteln und Rabatten der Hersteller gegenfinanzierte Elektroauto-Subvention namens „Umweltbonus“ bis Ende nächsten Jahres befristet.

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