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E-Mobilität in Deutschland : Bund will Elektroauto-Prämie verdoppeln

Mehr Deutsche sollen Elektroautos fahren, wünscht sich die Bundesregierung. Bild: dpa

Um Elektroautos machen die meisten Käufer immer noch einen großen Bogen. Der Verkehrsminister legt nun einen Plan vor, wie sich das ändern soll: mit mehr Geld vom Staat.

          Um Elektrofahrzeuge machen die meisten Autokäufer immer noch einen großen Bogen: Zu teuer, zu wenig Reichweite, zu schlechte Ladeinfrastruktur lauten die Gründe. Die Umweltprämien, die Autofahrer zum Umstieg auf Elektromobilität locken sollen, werden nur schleppend genutzt.

          Kerstin Schwenn

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) macht das unruhig. Schließlich muss er Ideen aufbieten, wie der Verkehrssektor seinen Beitrag zur Einhaltung der Klimaziele 2030 leisten kann. Die Arbeitsgruppe Klimaschutz in seiner Mobilitätskommission kalkuliert, dass dafür bis zum Jahr 2030 sieben bis zehn Millionen Elektroautos auf deutschen Straßen fahren müssen. Scheuer hätte die Förderung deshalb am liebsten sofort aufgestockt, vor allem um den Verkauf von Kleinwagen voranzubringen – der Minister träumt seit längerem vom „Elektrokäfer-Effekt“.

          Doch im Kabinett konnte sich Scheuer mit seiner Forderung nicht durchsetzen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will die derzeitige Förderrichtlinie, die Ende Juni ausläuft, auf dem bisherigen Niveau bis Ende Juni 2020 verlängern.

          Der Umweltbonus war im Mai 2016 für drei Jahre eingeführt worden: 4000 Euro Prämie gibt es beim Kauf reiner Elektrofahrzeuge, 3000 Euro für Hybrid-Autos. Den Betrag übernehmen Bund und Autohersteller je zur Hälfte.

          8000 Euro für Elektrotaxis

          Bis Ende April gingen insgesamt 114.000 Förderanträge beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle ein, knapp 75.000 für E-Autos, 39.000 für Hybride und 60 für Brennstoffzellen-Fahrzeuge. Das Geld sollte die Nachfrage nach mindestens 300.000 E-Fahrzeugen ankurbeln, wie es in der Förderrichtlinie heißt.

          Um die dürftige Zwischenbilanz aufzubessern, dringt Scheuer jetzt auf eine Aufstockung der Fördermittel von Mitte 2020 an. Seine Vorschläge will er am Mittwoch in der Sitzung des neuen Klimakabinetts der Bundesregierung präsentieren – als Teil eines Gesamtkonzepts, das Verbote und finanzielle Belastungen der Autofahrer vermeidet.

          Im Ministerium heißt es, Scheuer setze besonders auf den Umstieg auf alternative Antriebe zum Verbrennungsmotor – also auf Strom-, aber auch auf Wasserstofffahrzeuge. Den Anteil des Bundes am Umweltbonus für rein strombetriebene Autos will er von Mitte 2020 an auf 4000 Euro verdoppeln. Die neue Prämie soll für Kleinwagen mit Batterie oder Brennstoffzelle bis zu einem Kaufpreis von 30.000 Euro gelten. Sie werden bislang am wenigsten gekauft. Für Fahrzeuge bis 60.000 Euro Kaufpreis soll der Bundesanteil auf 2500 Euro steigen.

          Noch mehr engagieren will sich Scheuer bei kommerziell genutzten Fahrzeugen, die noch mehr Kilometer auf den Straßen unterwegs sind, bei Lieferwagen und Taxis. Die Prämie für ein Elektrotaxi soll nach Scheuers Vorstellung dann 8000 Euro betragen.

          Sowohl Altmaier als auch Finanzminister Olaf Scholz (SPD) haben dem Verkehrsminister schon Unterstützung zugesichert. Scholz fördert auch im Jahressteuergesetz die Elektromobilität. So soll jemand, der sich künftig für einen Elektro-Dienstwagen entscheidet, weiter nur halb so viel Steuern auf den geldwerten Vorteil für die private Nutzung zahlen müssen.

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