https://www.faz.net/-gqe-8nv74

BMW, Daimler, VW und Co. : Autohersteller planen gemeinsam Schnellladenetz für E-Autos

Tanken auf die elektrische Art. Bild: ZB

Mehrere prominente Autobauer wollen gemeinsam tausende öffentlich zugängliche Stromtankstellen aufbauen. Es ist nicht die erste Initiative, um die Infrastruktur für E-Autos voranzubringen.

          2 Min.

          Sie ist ein Nadelöhr der Elektromobilität: die Ladeinfrastruktur. Solange nicht genügend Stromtankstellen zur Verfügung stehen, fehlt ein wichtiges Argument, Käufer dazu zu bringen, vom Benzinantrieb auf den Elektromotor umzusteigen. In Deutschland gab es nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) Mitte dieses Jahres genau 6517 öffentlich zugängliche Ladepunkte - 600 mehr als Ende vergangenen Jahres. Die Zahl der Tankstellen für fossile Brennstoffe lag Anfang vergangenen Jahres bei gut 14.200.

          Allerdings lassen sich die Zahlen nur bedingt vergleichen, da Tankstellen meist über mehrere Zapfsäulen verfügen. Zuletzt beklagte der BDEW allerdings eine gesunkene Dynamik beim Ausbau der Ladeinfrastruktur - und das bei steigenden Verkaufszahlen bei Elektroautos. Zwar erreiche Deutschland noch das Verhältnis von Ladepunkten zu Elektroautos in Höhe von 1:10, doch entwickele sich die Absatzzahl der E-Autos derzeit eben dynamischer als die Zahl der Ladesäulen.

          Mit einer konzertierten Aktion wollen nun mehrere Autohersteller für neuen Schwung sorgen. Wie BMW, Daimler, Ford und Volkswagen mit seinen Tochtermarken Audi und Porsche am Dienstag mitteilten, wollen sie mit einem Gemeinschaftsunternehmen innerhalb der nächsten drei Jahre tausende Hochleistungsladepunkte in Europa aufbauen. In einem ersten Schritt sollen im nächsten Jahr die 400 ersten Ladestationen entstehen.

          Auch Raststätten bauen an einem Ladenetz

          Nach den Angaben sollen die Ladestationen an Autobahnen und stark genutzten Durchgangsstraßen aufgebaut werden und öffentlich zugänglich sein. Das solle das elektrische Fahren über längere Strecken ermöglichen, hieß es. Wie viel Geld die Autohersteller dafür in die Hand nehmen, ist nicht bekannt. Ob das Aufladen an den Ladestationen etwas kostet, ist ebenfalls noch unklar. Es sei aus jetziger Sicht aber eher nicht geplant, den Strom kostenlos abzugeben, sagte ein Daimler-Sprecher der dpa.

          Das Besondere an den nun geplanten Ladestationen ist, dass es sich um ein Schnellladesystem handelt. Die Stromtankstellen sollen eine Ladeleistung von bis zu 350 Kilowatt ermöglichen. Fahrzeuge, die für diese Leistung ausgelegt sind, könnten so in einem Bruchteil der Zeit geladen werden, die heutige Elektrofahrzeuge benötigen. An einer herkömmlichen Steckdose dauert es heute sieben bis acht Stunden, bis eine Elektrobatterie geladen ist.

          Das Vorhaben der Autohersteller ist indes nicht die einzige Initiative zum Ausbau der Ladeinfrastruktur. Derzeit arbeitet der Autobahnraststätten-Betreiber Tank und Rast daran, 400 Raststätten in Deutschland mit Schnellladesäulen auszustatten. Damit soll bis zum Jahre 2018 das größte zusammenhängende Netz von Stromtankstellen entstehen. Fahrern von Elektroautos soll so im Schnitt alle 30 Kilometer eine Ladesäule zur Verfügung stehen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Unser Autor: Martin Benninghoff

          F.A.Z.-Newsletter : Wilder Westen und frohe Ostern

          In Berlin werden zwei Millionen Atemschutzmasken aus China verteilt, in Österreich diskutieren Regierung und Opposition über eine Tracking-App und einige Bundesligavereine nehmen ihr Training wieder auf. Der Newsletter für Deutschland.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.